Bitte entschuldigt die lange Pause, die letzte Woche war vollgepackt mit Programm. Aber nachdem sich die ersten Leute nun schon sorgen gemacht haben ob ich wohl auf einer Straße ertunken bin, muss ich vor meiner Abreise morgen doch noch diesen Bericht absetzen :-)
Um es vorwegzunehmen: Alles wird gut!
Nach meinem letzten Bericht, der durchaus nicht besonders positiv klang (es war auch alles andere als positiv) war ich mir ja sicher die nächsten Tage in Bowen bei Regen festzuhängen. Aber geschehen noch Zeichen und Wunder und so schien, als ich am nächsten Morgen aufwachte, die Sonne! Eiligst packte ich meine Sachen um die 70 Kilometer nach Airlie Beach zurückzulegenm, da ich dort bis 10:30 Uhr auf dem Segelboot einchecken musste. Pünktlich in Airlie angekommen wurde mir dann gesagt, dass seit 5 Tagen kein Boot den Hafen verlassen hat, da dauerhaft eine Windwarnung bestand. Ich solle um 11:30 Uhr wiederkommen, da kommt das nächste Wetterupdate und dann entscheidet sich ob das Boot rausfährt. Wenn man hört, dass eit 5 Tagen Sturm ist, glaubt man nicht wirklich daran, dass sich das in der einen Stunde, die man jetzt wartet, ändert. Aber um mich jetzt zu wiederholen: Es geschehen noch Zeichen und Wunder… :-) Die Windwarnung war aufgehoben und der Wettebericht sagte gutes Wetter voraus. Ich kaufte noch schnell ein paar Bier ein (Verpflegung war inklusive, Alkohol musste man mitbringen) und dann gings ab auf das Segelboot.
Die “Condor” ist ein ehemaliges Rennboot, das in den 80iger Jahren so ziemlich jedes große Segelrennen mindestens zwei Mal gewonnen hat und danach in ein Touri-Schiff umgebaut wurde. Wie cool :-) Auf dem Boot waren 26 Gäste und 3 Crewmitglieder untergebracht, d.h. wenn es ans Segeln ging mussten wir mithelfen die Winden zu bedienden und Segel hochzuziehen, was natürlich Spaß gemacht hat. Leider sind wir nur etwa die Hälfte der Zeit gesegelt und den Rest mit Motor gefahren, aber ich nehme an dass es kaum anders ging wenn sie eine feste Route haben, die in einer bestimmte Zeit (2 Tage) abgefahren werden muss. Trotzdem war es super!
Wir liefen am ersten Tag um 13 Uhr aus und sind dann etwa 2 Stunden zum Beginn der Whitsundays in eine kleine Bucht gesegelt. Dort konnte man das erste Mal an einem kleinen Riff schnorcheln gehen. Da die Gefahr bestand das Quallen im Wasser sind (wir haben einige gesehen), musste man einen sogenannten “Stinger Suit” tragen, eine Art Ganzkörper-Taucheranzug, der einen vor direktem Hautkontakt mit einer Qualle schützt und einem ein gewisses Gefühl von Sicherheit gibt. Das Schnorcheln hat richtig Spaß gemacht und war schön entspannend, leider war das Wasser etwas trüber als normal wegen der ganzen Regenfälle. Dennoch hat man viele Korallen und Fische und Seeanemonen usw gesehen. Nemo hab ich leider nicht getroffen ;-)Â Übrigens: Das Boot das man hier in den Felsen hängen sieht war grade am Wochenende zuvor in einem Sturm dort gestrandet und 37 Backpacker mussten evakuiert werden. Ich hatte die Story vorher schon gehört aber nicht so rihtig geglaubt. Nachdem unser Captain sie uns dann aber nochmal erzählt hat und wir das Boot da hängen sahen, war es schon ein etwas komisches Gefühl jetzt dort Schnorcheln zu gehen. Aber das Wetter war ja gut…
Als wir wieder aufs Boot kamen war schon der Afternoon Tea gerichtet mit Tee und Kaffe und Plätzchen. Dann sind wir nochmal ne Stunde in eine andere Bucht gesegelt, in der wir vor Anker gegangen sind um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen wurde um 6 Uhr aufgestanden und um 7 gings los Richtung “Whiteheaven Beach”. Das ist der berühmte Strand, den man normal sieht wenn man bei Google “Whitsunday Islands” eingibt. Wir wurden mit nem kleinen Motorboot auf die Insel gebracht wo wir einen kleinen Bushwalk zu einem Aussichtspunkt machten. Von dort ging es dann runter zum Strand wo wir 2 Stunden Baden und uns sonnen konnten.
Nach einem leckeren Mittagessen gings dann weiter zu einer anderen Bucht wo wieder geschnorchelt wurde und dann zu einer weiteren Bucht wo wir wieder übernachteten. Am letzten Tag war mehr oder minder nur noch die Heimfahrt geplant, da die Ankunft auf 11 Uhr morgens geplant war. Dank bestem Sonnenschein war aber auch das “nur fahren” eine reine Freude! Insgesamt war der Segeltrip wirklich spitze. Das Wetter war einwandfrei, die Leute auf dem Boot waren auch ok (gut, nicht ganz so cool wie die Fraser-Truppe, aber dennoch) und das Essen war ebenfalls sehr gut. Nachdem ich mich am Montag ja noch geärgert hatte, dass ich nach Norden gefahren war, hat sich also ab Dienstag alles zum guten gewendet.
Ich bin dann am gleichen Tag (Donnerstag) noch wieder die 500 km zurück nach Rockhampton gefahren, da ich einigermaßen zügig zurück nach Sydney wollte um hier noch ein paar letzte ruhige Tage zu haben. In Rockhampton waren Kjersti und Stine immer noch im gleichen Hostel, ich verabschiedete mich am Freitag dann zum dritten Mal von den beiden… diesmal wohl endgültig.
Von Rockhampton aus fuhr ich nun nicht an der Küste entlang nach Sydney sondern durchs Hinterland, da es a) etwa 200 km kürzer war und b) ich mal was anderes sehen wollte. Und dort sah Australien wenigestens annähernd so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte: Auch wenn es immer noch recht grün war, sah man doch dass die Gegend normal trocken ist und endlch sah ich neben der Straße auch mal die berühmte rote Erde. Nach 800 km Fahrt am ersten Tag kam ich im kleinen Ort “Moree” an, wo ich in einem Pub ein Zimmer für 35 Dollar fand. Da ich ziemlich müde vom Fahren war ging ich bald ins Bett und außerdem wollte ich am nächsten Tag ja nochmal 700 km nach Sydney fahren.
Der Rest des Trips lief dann auch fast problemlos, nur 400 km vor Sydney musste ich einmal einen platten Hinterreifen wechseln, da die Radkappe das Ventil durchgescheuert hatte. Dank meiner perfekten Ausrüstung von Paul kostete mich der Wechsel aber nur 15 Minuten :-)
Seit Samstagabend bin ich jetzt wieder in Sydney und wohne bei Paul. Ich bin grade dabei meine Sachen zu packen und zu entscheiden was ch mitnehme und was ich zurücklasse. Meine Reise entlang der Ostküste war trotz des Regens ein Erfolg, ich hab viel gesehen und viele nette Leute kennengelernt (… I’ll Facebook you…). Auf eine Art kommt mir der Trip lang vor, da ich so viel erlebt habe in der Zeit, auf der anderen Seite waren es faktisch jedoch nur 20 Tage. … 20 Tage in denen ich knapp 5000 km zurückgelegt habe. Australien ist ein großes Land!
Morgen früh um 8:40 Uhr geht mein Flugzeug nach Seoul – oh ich sehe grade, dass auf der Airport-Seite steht es geht um 9:30 Uhr, das muss ich nochmal prüfen. Naja, auf jeden Fall fliege ich mit Asiana Flug OZ602 nach Seoul, bekomme dort eine Stopovernacht in einem Hotel gezahlt und werde am Donnerstag etwa um 17 Uhr in Frankfurt landen. Ich freu mich unheimlich euch alle wiederzusehen (natürlich zu allererst meine Nathi!) und hoffe dass viele, die das hier lesen, zu meiner und Brinis Willkommensparty am Samstag kommen!
Viele Grüße und bis bald,
Euer Michi