Da heute Samstag war, wollte ich wie angekündigt auf die Motorshow in Sydney gehen. Zwar wurde ich bereits vorher gewarnt, dass sie natürlich nicht mit der IAA in Frakfurt zu vergleichen ist, dennoch plante ich dort einen ganzen Tag zu verbringen. So klein wird sie schon nicht sein. Und ich kann berichten: Doch, ist sie! Man hatte jetzt nicht direkt das Gefühl, dass sie klein wäre, auch die Stände der Hersteller waren gut aufgemacht und es standen viele Autos da. Aber nachdem ich um etwa 9:30 Uhr angekommen war, hatte ich bereits um elf das Ende erreicht – obwohl ich zwischendrin noch 20 Minuten an einem Rennsimulator angestanden bin. Also bin ich zurückgelaufen, hab mir alles nochmal angeschaut und musste mir dann ab 12 Uhr ein Alternativprogramm stricken.
Glücklicherweise befindet sich das Sydney Exhibtion Center (wo die Motorshow stattfand) mitten in Sydney im Stadtteil Darling Harbour, der sehr schön sein soll. Und auch das kann ich bestätigen: Darling Harbour ist wirklich sehr schön, insbesondere alles rund um den Hafen. Ich holte mir in der “Harbourside”, einer Shoppingmall, einen Burrito und setze mich in die Sonne. So kann man es in Sydney schon etwas besser aushalten.
Mein nächstes Ziel war das National Maritime Museum. Zum einen weil es sich interessant anhörte, zum anderen aber auch weil es umsonst ist. Immerhin hatte ich schon 17 AUD für die zwei Stunden auf der Motorshow bezahlt. Im Martime Museum wird alles mögliche rund um das Meer und die Seefahrt ausgestellt. Angefangen bei Geschichten wie James Cook auf Australien (hieß früher “New Holland”) landete, über Hubschrauber die als U-Bootzerstörer eingesetzt wurden bis hin zu Quallen. Wirklich viel war nicht los in dem Museum, was wiederum eine gewisse Museumsatmosphäre ausstrahlte. Ich war gerade dabei mir ein kleineres Segelboot anzuschauen, das nur in einer Guided Tour betreten werden durfte, als ich von einer Mitarbeiterin angesprochen wurde, ob ich mir das Boot nicht von innen anschauen wollte.
“Klar, wenn ich darf” war meine Antwort und schwupps war ich drauf. Ich musste die Schuhe ausziehen, zwei weitere Besucher die gerade greifbar waren wurden noch mit reinbefördert und wir bekamen vom einem netten alten Australier eine 10 Minütige Ausführung über dieses Segelboot. Es stellte sich als das Segelboot heraus, mit dem eine Australierin (ich hab ihren Namen schon wieder vergessen) als erste Frau jemals 1989 die Welt in 198 Tagen nonstop und allein umsegelte. Man merkte dem alten Mann deutlich an, was für eine große Leistung das gewesen sein musste und wie stolz er darauf war. Er vermittelte dauernd den Eindruck, als wäre sie seine beste Freundin, was ich jedoch nicht glaube, da er nicht wusste wo sie heute lebt. Auf meine Frage, ob sie denn noch einen der damals aufgestellten Rekorde hält (er hatte zuvor ausführlich berichtet, wieviele Rekorde dieser eine Trip hervorbrachte), antwortete er voller Überzeugung und Stolz: “Ja, den für die erste Frau die allein um die Welt segelte, hält sie immer noch.” Ich sah die anderen zwei Tourteilnehmer sich ebenfalls ein Grinsen verkneifen und wir nickten alle beeindruckt.
Auf dem Heimweg kaufte ich mir noch ein dickes Sandwich zum Abendessen im Hostelzimmer (was inzwischen komplett durchgeweicht ist) und fand auf dem Heimweg durch Zufall einen günstigen Supermarkt! Nur zwei Blocks vom Hostel entfernt! AAAAHHHH! Nachdem ich mich hier schon ne Woche von teurem Junkfood ernähre. Da ich ja schon was zu Abendessen hatte und alles, was ich jetzt noch kaufe, am Montag zu Kristen umziehen muss, begnügte ich mich mit zwei Joghurts, einem Orangensaft mit Fruchtfleisch und einer kleinen Toblerone.
Für den morgigen Tag plane ich entweder eine Fahrt mit der Fähre nach Manly Beach, welcher sehr schön sein soll, oder einen Besuch im Zoo in Sydney. Das muss ich gleich noch etwas planen.
Auf jeden Fall freue ich mich drauf am Montag bei Kristen einziehen zu können und hoffe dann bald per Festnetz und Internet dauerhaft erreichbar zu sein.
Liebe Grüße,
Euer Michi
- Neues Album: Darling Harbour