Okt
31
2007
5

Der erste Bushwalk und andere Abenteuer

Hallo Freunde,

für meine Verhältnisse musstet ihr ja ganz schön lang auf den nächsten Bericht warten, aber hier kommt er nun. Macht euch demenstprechend auf was Längeres gefasst :-)

Zuerst einmal gute News an der Telekommunikationsfront: Seit Montag haben wir einen Telefonanschluß inklusive Telefon und Festnetznummer, auf der ich angerufen werden kann:

0061 2 9700 8778

lautet die Nummer um mich aus Deutschland zu erreichen. Normalerweise bin ich so zwischen 18 und 23 Uhr daheim, d.h. im Moment 8 bis 13 Uhr in Deutschland. Und es geht weiter mit guten News. Gestern Abend habe ich Kristin endlich dazu getrieben auch einen DSL-Vertrag abzuschließen! Meine Tage im Internetcafe sind also gezählt :-) Meine Aussage bezüglich der rückständigen Breitbandtechnik hier muss ich teilweise revidieren. Unser Anschluß soll bis zu 24 MBit/s unterstützen (ADSL2+), allerdings haben wir einen Vertrag mit 25 GB Trafficlimit, der uns 50 AUD pro Monat kostet. Aber ich wollt mich hier eh net als Downloadking profilieren – wobei ich ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung habe wieviel Traffic ich normal so produziere, Flatrate in Deutschland sei Dank.

Nun aber mal meine Erlebnisse seit dem letzten Bericht der Reihe nach:

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Am Samstagvormittag widmete ich mich zuerst einmal dem Proviant für den Tag. Ich war wild entschlossen dieses Mal keinem Take Away Geld in den Rachen zu werfen und so entstanden meine zwei ersten echten Sandwiches in Australien. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass auch eines meinem Hunger genügt hätte, aber wer mich kennt, weiß, dass ich eine tief verwurzelte Angst davor habe nicht satt zu werden :-)

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Anschließend machte ich mich auf in die City um das erste Mal gezielt shoppen zu gehen. Ich wollte eine schwarze Tuchhose (für einen einwandfreien Smart Casual Look beim “Cheese Festival”) sowie eine normale kurze Hose erstehen. Auf dem Weg durch die Shoppingmalls habe ich nach einem Tipp meiner Mama auch einen deutschen Bäcker mit deutschem Brot gefunden! Ich weiß schon wo ich bald nochmal einkaufen gehe. Darüber hinaus fand ich in einem Laden Schokoladendrops, die hier einwandfrei unter dem Namen (sorry für die Fäkalsprache) “Känguruh-Scheiße” verkauft werden – vermutlich als Vorbereitung falls man im Outback verloren geht.

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In der Sydney Central Plaza wurde ich im “Myer” dann auch mit meinem Kleiderkauf fündig und erstand zwei Hosen zum Summenpreis von 99 AUD, womit ich durchaus zufrieden war. Da der Tag noch jung war, plante ich mich näher an das Sydney Opera House heran zu wagen. Das Wetter war schön, im Sydney Harbour lag ein Kreuzfahrtschiff (ganz schön groß, obwohl sicher kein ganz großes) und die Oper war aus der Nähe fast so imposant wie aus der Ferne. Mehr gibts darüber aber auch nicht zu berichten, ich bin schließlich Automobilingenieur und kein Architekt ;-) Auf dem Heimweg steuerte ich schließlich noch durch den Botanischen Garten, der ebenfalls sehr schön ist und einen gewissen Ruhepol inmitten der Stadt bietet. Wobei man sagen muss, dass am Wochenende deutlich weniger Verkehr in der City herrscht. Das Parlament habe ich nebenbei auch noch gesehen, doch wer meine Bilder anschaut wird erkennen, dass die Australier wohl nicht allzuviel Wert auf Äußerlichkeiten legen. Es war einigermaßen schmucklos und stand einfach so am Straßenrand. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob es DAS Parlament von Australien ist (das müsste doch in Canberra sein?) oder nur irgendein Parlament – fragt sich dann nur von was. Von New South Wales? Ich muss mich mal schlau machen.

Abends stand dann das Cheese Festival im Porsche Zentrum an, zu dem ich mich in meinem neuen Smart Casual Look begab. Nur um dann festustellen, dass “Smart Casual” wohl auch als “alles außer Anzug” verstanden werden kann und ich mich in Jeans nicht hätte schämen müssen. Egal, jetzt hab ich ein Paar schicke Hosen. Es gab etwa 15 verschiedene Käsesorten, die auf geschmacksneutralen Crackern gereicht wurden. Insgesamt war es schon besser als der leidige Cheddar überall, aber so der ultimative Höhenflug für meine verwöhnten Geschmacksnerven blieb aus. Auf jeden Fall wars ein netter Abend in schniekem Ambiente.

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Den Sonntag verbrachte ich mit einem Trip zu Manly Beach, einem Strand in einem etwas reicheren Viertel von Sydney, zu dem man eine halbe Stunde mit der Fähre braucht. Auf dem Weg dorthin kreuzt man einmal die Meerenge am Eingang zum Port Jackson (der Meeresarm, um den sich Sydney zieht) und man merkt deutlich am Schaukeln des Schiffes, wann einen die Wellen des Pazifik erwischen! Dort habe ich dann auch zum ersten Mal den offenen Pazifik mit eigenen Augen gesehen… welch ein Moment! In Manly am Hafen gabs dann gleich mal ein Highlight: Ein ALDI SÜD! Da musste ich natürlich rein, und drinnen sah alles wohlvertraut aus, nur die Produkte hießen größtenteils anders. Nachdem ich allerdings Palazzo Schokokekse mit dunkler Schokolade gefunden hatte, konnte ich nicht widerstehen und musste eine Packung mitnehmen. Sie schmecken wirklich wie daheim und auf dem ersten war sogar das Brandenburger Tor :-)

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Da der Himmel recht bewölkt war, legte ich mich nicht an den Strand sondern entschied mich für einen “Bushwalk” – einen kleinen Pfad durch den Northern Head National Park, der direkt an Manly angrenzt. Ich hatte das erste Mal das Gefühl ein bißchen in der Wildnis zu sein, dementsprechend auf der Hut war ich vor allen möglichen giftigen Tieren, wobei ich im Moment pauschal einfach alles in Australien als giftig und todbringend ansehe. Besser so als anders rum. In der Theorie hätte der Weg wohl einfach nur EIN Weg sein sollen und vielleicht sollte er auch ausgeschildert sein. In der Praxis waren keine Schilder zu sehen und es zweigten andauernd irgendwelche Trampelpfade ab, die nicht immer vom Hauptweg zu unterscheiden waren. Zum Glück begegneten mir zwei Mal Jogger, sonst hätte ich mich mental schon damit abgefunden, dass ich wohl einer der ersten Menschen sein würde, die sich in einem der kleinsten Nationalparks Australiens verirren. Besonderes Glück hatte ich, als mich ein Jogger überholte und auf einmal verschwunden war – er war durch ein Loch in einer Steinmauer geschlüpft, dass ich wohl sonst nicht als vorgesehenen Weg erkannt hätte. Aber ansonsten wars schön *g*

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Unheimlich nervig waren nur die Fliegen, die es hier in Australien eigentlich überall gibt. Diese Fliegen sind ein bißchen kleiner als unsere in Europa, aber dafür dermaßen hartnäckig! Wenn sich eine Fliege in den Kopf gesetzt hat in dein Ohr zu krabbeln, dann kann man sie zigmal wegschlagen, sie kommt immer wieder zielstrebig zurück. Nicht umsonst wird das Fuchteln mit Hand und Unterarm vor dem Gesicht oftmals als australischer Gruß mißverstanden :-)

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Am Sonntagabend gabs dann bei mir Zuhause ein Welcome-Barbecque von Kristin und seiner Freundin für mich. Dazu hatten sie noch ihre zwei besten Freunde eingeladen. Als ich heimkam waren Kerstie (ich glaub so heißt Kristins Freundin inzwischen) und ihre Freundin grade dabei das Wohnzimmer umzugestalten. Ich war unheimlich erleichtert, dass nicht nur ich unsere aktuelle Wohnsituation als etwas ungemütlich empfand… und obwohl sie nur vorhandene Dingen umarrangierten, ist es jetzt schon wesentlich gemütlicher! Und wer sich jetzt wundert: Ja, das ist der Pool, der zu dem Haus gehört in dem ich wohne. Direkt neben dem Pool ist der Grill, der von allen benutzt werden kann (ein fetter Gasgrill, wie überall hier). Solange man die direkte Umgebung nicht sieht, sieht es wunderschön aus, oder?

Kleine Notiz von Gestern: Ich habe mir endlich Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen für die Arbeit gekauft und mal wieder gemerkt, wie man sich auch über kleine Dinge freuen kann, und zwar über den Schuhkarton! Da ich im Moment ja nicht allzuviel Platz in meinem Zimmer zum Verstauen von Dingen habe, ist ein Schuhkarton schon ein großer Schritt.

Eben beim Duschen habe ich zum ersten Mal eine Spinne in Australien gesehen. Etwas enttäuscht war ich, dass sie vermutlich nicht giftig ist. Mit Sicherheit kann ich das zwar nicht sagen (man weiß ja nie in Australien), aber sie hatte zumindest keinen roten Rücken (Redback, sehr giftig) und war auch nicht 4cm groß, schwarz und behaart (Trichterspinne, noch giftiger und eine Spezialität von Sydney). Aber wie gesagt, ich muss mich auf dem Gebiet “Erkennen giftiger Tiere” noch verbessern.

So, das war jetzt wirklich ein langer Bericht. Ich hoffe niemanden gelangweilt zu haben und hoffe ebenfalls, den nächsten Bericht vielleicht schon vom eigenen Internetzugang aus schreiben zu können. Ihr werdet es auf jeden Fall mitbekommen.

Ich freu mich weiterhin über euer reges Interesse,
viele Grüße in die Heimat,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Okt
28
2007
0

Meine Adresse in Sydney

Ich habe die letzten Male ganz vergessen euch meine Adresse hier in Sydney mitzuteilen:

Michael Kissling
Unit 10
109-123 O’Riordan Street
Mascot 2021, NSW
AUSTRALIA

Und jetzt freu ich mich schon auf Massen an Post :-) 

Mehr News ueber meine Wochenendausfluege gibts bald, im Moment bin ich grad unter Zeitdruck weil Kristin und seine Freundin heut Abend ab 18 Uhr ne kleine Grillparty zu meinen Ehren veranstalten :-)

Also bis hoffentlich bald,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Okt
26
2007
1

Zweite Arbeitswoche

Bei mir hier Down Under ist jetzt schon Freitagabend und somit ist die zweite Arbeitswoche auch schon Vergangenheit. Rückblickend vergeht die Zeit wie immer ziemlich schnell, in vier Wochen fliege ich schon nach Las Vegas für meinen Kurztrip…

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Nach meinem letzten Bericht habe ich ja eine Nacht ohne Strom verbracht, was zum Beispiel duschen bei Kerzenschein bedeutete – hach wie romantisch. Zu zweit wärs noch viel romantischer gewesen ;-) Naja es war halb so schlimm, man schläft ja eh im Dunkeln und morgens wird es hier zur Zeit ziemlich früh hell. Am nächsten Tag war es allerdings noch eine kleine Zitterpartie, bis wir wieder Strom hatten. Kristin hat mir morgens beim Arbeiten gesagt ich solle für eine Stunde heimgehen und warten bis der Elektriker kommt. Der kam allerdings nicht innerhalb der versprochenen Stunde und die Stromgesellschaft konnte uns auch keine Auskunft geben, wann er denn jetzt kommmen sollte. Das Ende vom Lied war auf jeden Fall, dass ich beim Rausgehen aus dem Wohnkomplex jemanden vor der Tür stehen sah und zum Glück fragte, was er will. Es war natürlich der Elektriker – Timing ist alles!

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Nachdem wir wieder Strom hatten, konnten wir gestern Abend auch endlich ins Shoppingcenter zum Einkaufen fahren. Das Einkaufen an sich war etwas stressig, da der Laden groß, ich neu und Kristin unter Zeitdruck war. Aber ich hab mal nen Grundstock an Sachen bekommen und dabei auch nicht soviel Geld ausgegeben wie ich gedacht hätte: Ich hatte nen Einkaufswagen voll von gefühlt teuren Sachen, am Ende waren es aber nur 67 EUR. Gut, die Frage ist natürlich wie lange mir das Essen jetzt reicht :-)
Als wir Zuhause waren, bekam ich dann endlich in der Küche nen Vorratsschrank und im Kühlschrank ein Fach zugeteilt, so dass ich mich auch in der Küche nun einigermaßen heimisch fühle. Natürlich hab ich mir auch gleich ein paar leckere Nudeln mit Zwiebeln, frischen Champignons und Paprika sowie gehackten Tomaten zubereitet. Mmmhh hat das gut geschmeckt mal kein Sandwich oder Take Away zu essen!

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Im Praktikum hat sich soweit nix Neues ergeben, es wechseln sich interessante Arbeiten mit langweiligen Tätigkeiten ab und zwischendrin steht man auch mal rum und wartet. Immerhin hab ich schon die erste Seite meines Praktikumsberichtes verfasst! Ich werde das Wochenende wohl mal eine Liste mit Dingen erstellen, in die ich noch gerne Einblick gewinnen möchte, damit ich nicht nur 14 Wochen in der Werkstatt rumstehe. Kommenden Mittwoch müsste soweit ich es mitbekommen habe auch wieder ein Trackday stattfinden, was natürlich eine willkommene Abwechslung wäre.

Was ich am Wochende mache weiß ich noch nicht genau, auf jeden Fall mal Ausschlafen. Dann evtl. mal gezielt in die City gehen und nach ein paar Kleidern Ausschau halten. Apropos Kleider: Gewaschen hab ich gestern auch zum ersten Mal, allerdings wäscht unsere Waschmaschine hier nur mit kaltem Wasser, was für Australien wohl nicht unüblich ist. Man kauft halt spezielles Waschpulver für Kaltwäsche und damit ist es ok. Ich bin mal gespannt, ob mein Hygienegefühl mich nicht doch ab und zu in einen Waschsalon mit warmem Wasser zieht.

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Wo wir grade bei australischen Eigenheiten sind: Es gibt hier zum einen normale Krankenhäuser und dann sogenannte “Medical Centres”, die meist ein zusammenschluß von mehreren Ärzten ist. Hier in der Gegend ist auch ein kleines und dort ist auch dieses Bild entstanden. Besonders bemerkenswert finde ich die rote Lampe “Surgery” außen (!) am Haus, die wohl leuchtet wenn drin ne Operaion läuft. Keine Ahnung ob das was an Seriösität vermitteln oder die Autofahrer vom Hupen abhalten soll…

Zurück zum Wochenende: Das Observatorium und den botanischen Garten von Sydney habe ich auch noch auf meiner Liste. Am Samstagabend steht dann ein Highlight an, das “Cheese-Festival”. Das Porschezentrum veranstaltet eine Art “Käseprobe” für seine Kunden mit “some of the world’s best cheeses” und natürlich auch Champagner. Als Mitarbeiter bin ich auch eingeladen und lasse mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen, mal was anderes als den allgegenwärtigen Cheddar zu genießen.

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In der Bildergalerie findet ihr jetzt ein paar Bilder von meinem Praktikum sowie von meinem Zimmer. Ich hoffe ihr könnt euch dann eher vorstellen wie ich hier wohne und von was ich rede. Wir haben hier übrigens seit zwei Tagen fast dauerhaft Regenwetter, ich hoffe das wird besser fürs Wochenende.

Wie immer auch nochmal vielen vielen Dank für die vielen aufmunternden Komentare und Mails! Ich lebe mich wirklich langsam ein, Strom in der Wohnung und was Selbstgekochtes haben mich ein großes Stück voran gebracht :-) Heute Abend fand ichs auf der Couch vor dem Fernseher fast schon angenehm… aber ich wollte ja noch los ins Internetcafe (wo ich grade bin).

Ich werde euch auf jeden Fall weiterhin auf dem Laufenden halten,
viele Grüße,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Okt
24
2007
5

Erste Tage in der neuen Wohnung

Hallo Leute,

heute ist mal wieder ein gefühlt sehr bescheidener Tag. Zum einen ist seit heut mehr oder weniger sicher, dass uns allein die Einrichtung der Telefonleitung und des Internetzugangs etwa 400 AUD kosten wird (also 200 AUD für jeden), da in der Wohnung von Kristin (so heißt er wirklich, nicht Kristen) noch kein Telefonanschluß existiert. Alle günstigeren Varianten funktionieren aus diversen Gründen nicht. Dazu kommt dann monatlich zwischen 60 und 100 AUD für DSL… Am Montag kommt ein Techniker vorbei und legt die Leitung, danach müssen wir das Internet beantragen. Natürlich ist es auf der einen Seite schön, endlich nen gescheiten Internetzugang in Aussicht zu haben, auf der anderen Seite ist das echt viel Geld für die dann doch nicht soo lange Zeit, die ich hier unten bin.

Was den Tag aber eigentlich so gefühlt beschissen macht, ist dass wir keinen Strom in unserer Wohnung haben :-( Kristins alter Mitbewohner (der ne ziemliche Katastrophe gewesen sein muss) hat die Stromrechnung nicht bezahlt. Kristin mein es wäre zwar alles geregelt mit der Stromfirma, aber der nächste Techniker kann erst morgen früh um 7 Uhr kommen. D.h. wir sind heute auch nicht wie geplant ins große Shoppingcenter zum Einkaufen gefahren (Kühlschrank geht ja net) und ich bin in die City in ein Internetcafé geflüchtet und ernähr mich wieder von teurem Take Away Food. Im Moment machts keinen Spaß :-(

Der Einzug in die Wohnung an sich war ok, mein Zimmer ist mit einer Matratze, die am Boden liegt, und einem Schrank ausgestattet. Das ist halt etwas trist im Moment, ich muss schauen, dass ich irgendwo her zumindest einen Schreibtisch bekomme. Die Wohnung an sich ist geräumig und geht über zwei Etagen, unten ist das Wohnzimmer und die offene Küche, oben sind zwei Schlafzimmer und zwei Badezimmer. Insgesamt ist die Wohnung leider aber auch eher karg eingerichtet, Kristin hat nicht mal einen Tisch an dem man Essen kann sondern nur ne Couch und einen Fernseher, der am Boden steht.

Ich weiß dass sich das grade nicht gerade glücklich anhört (ok, so ist auch meine Gemütslage im Moment) aber ich denke man gewöhnt sich an alles und es ist jetzt ja auch nicht schrecklich. Die zwei Abende, die ich bisher in meinem neuen Zimmer eingeschlafen bin, hab ich mich auf jeden Fall nicht unwohl gefühlt und das gibt ja Grund zur Hoffnung :-)

Ich glaube ein großer Punkt ist für mich auch, das Australien wirklich teuer ist. Da ich in meinem Praktikum kein Geld verdiene, sondern nur die Wohnung gezahlt bekomme, lebe ich grade von meinen Reserven und von meiner Mama und meinem Papa (tausend Dank dafür, ich hab euch lieb!!). Normalerweise bin ich auch eher ein Mensch, der mit Bedacht mit seinem Geld umgeht und umso mehr tut es mir weh, wenn ich sehe wie sich im Moment konstant mein Konto leert. Es ist nicht so dass ich akut in Geldnot wäre (keine Angst :-) , dennoch denke ich glaub ich im Moment zuviel über meine Ausgaben nach. Natürlich will ich das Geld auch net zum Fenster rauswerfen, aber normales Essen z.B. muss ich halt kaufen, egal ob es gefühlt teuer ist. Und genau da mach ich mir im Moment noch zuviel Gedanken.

Auf der Arbeit ist soweit alles ok, ich arbeite diese Woche mit einem Mechaniker namens Paul Hansen zusammen. Er ist 32 und ziemlich lustig drauf, ich versteh mich echt gut mit ihm. Er hat mir auch schon angeboten mir zu helfen ein günstiges Auto zu finden (aaahh, schon wieder Ausgaben ;-) und ich denke die Hilfe werde ich wohl in Anspruch nehmen. Denn ohne Auto ist man hier im weitläufigen Australien doch sehr eingeschränkt – mal schauen was sich so ergibt.

Danke mal wieder auch für die vielen Kommentare! Wie gesagt hoffe ich im Laufe der kommenden Woche endlich mit Internet und Skype gesegnet zu sein (aber versprecht euch net zuviel, in einer Studie ist Australien beim Thema Breitbandinternetzugang auf Platz 36 von 40 Ländern gelandet… und das ist auch grade großes Wahlkampfthema hier. 1024 kBit/s gilt hier schon als Highend!) und dann bin ich endlich wieder online :-)

Liebe Grüße,
Euer Michi

PS: Ich hab den Text grade durchgelesen und er klingt echt ziemlich düster. Macht euch nicht zuviel Sorgen daheim, meistens komm ich ein bißchen in eine “bad mood” wenn ich beim Schreiben aufzähle was grade alles blöd ist und vergess darüber, dass ich das Lachen noch net verlent hab ;-)

Written by in: Australien |
Okt
21
2007
8

Taronga Zoo

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Ja, schon wieder ein Bericht von mir. Aber es ist ja Wochenende und ich hab viel unternommen, also gibts auch viel zu erzählen und zu zeigen. Heute hatte ich mich für einen Besuch im Taronga Zoo entschieden (Danke Susanne für den Tipp!). Und was soll ich sagen – es hat sich mehr als gelohnt. Ich hatte erstmals seit ich hier in Sydney bin das Gefühl, etwas wirklich genießen zu können :-)

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Der Taronga Zoo liegt an einem Hang auf der Nordseite des Sydney Harbour. Man fährt im Normalfall mit einer Fähre durch den Hafen von Sydney, welche unterhalb des Zoos anlegt. Dann führt eine Gondelbahn über den Zoo zum oberen Eingang und man kann gemütlich durch den Zoo wieder zum Ausgang unten am Meer laufen. Super ist natürlich, dass man auf dem Weg zum Zoo so auch schon eine kleine Hafenrundfahrt macht. Vom Wasser aus ist Sydney wirklich wunderschön.

Weil der Zoo so schön am Hang gegenüber der City liegt, läuft man also geruhsam den Fußweg durch den Zoo hinab, kommt an knuffigen Koalas und schläfrigen Kanguruhs vorbei und zwischendrin bekommt man immer wieder einen atemberaubenden Blick auf Sdyney mit Opera House und Harbour Bridge. Das war wirklich das beste was ich bisher gesehen habe! In der Bildergalerie findet ihr nen Haufen Fotos von meinem heutigen Ausflug und ich hoffe es vermittelt ein wenig den Eindruck, wie schön es wirklich war.

Heute bin ich übrigens vor dem Aufbruch aus dem Hostelzimmer zum ersten mal nach dem SLIP SLAP SLOP Prinzip verfahren. SLIP SLAP SLOP ist hier in Australien eine Kampagne gegen Hautkrebs und bedeutet: “Slip on a shirt, slap on a hat, slop on some suncreme”. Außerdem bin ich heute auch das erste Mal in kurzen Hosen unterwegs gewesen. Das Sommerfeeling kommt langsam :-)

Morgen werde ich nun endlich das Nomadenleben aufgeben und bei Kristen einziehen. Da er im Moment noch kein Telefon und Internet in seiner Wohnung hat, werdet ihr die kommende Woche vermutlich erstmal weniger von mir hören. Aber ich hab ja ein bißchen vorgesorgt mit den ausführlichen Berichten bisher.

Wie immer freu ich mich dennoch über News aus der Heimat, die mein Mailpostfach in der Zwischenzeit gerne sammelt.

Liebe Grüße aus Down Under,
Euer Michi

PS: Hier noch ein paar ausgesuchte Bilder, für alle die nicht alle 150 Fotos durchschauen wollen:

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Okt
20
2007
0

Samstagsausflug Darling Harbour

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Da heute Samstag war, wollte ich wie angekündigt auf die Motorshow in Sydney gehen. Zwar wurde ich bereits vorher gewarnt, dass sie natürlich nicht mit der IAA in Frakfurt zu vergleichen ist, dennoch plante ich dort einen ganzen Tag zu verbringen. So klein wird sie schon nicht sein. Und ich kann berichten: Doch, ist sie! Man hatte jetzt nicht direkt das Gefühl, dass sie klein wäre, auch die Stände der Hersteller waren gut aufgemacht und es standen viele Autos da. Aber nachdem ich um etwa 9:30 Uhr angekommen war, hatte ich bereits um elf das Ende erreicht – obwohl ich zwischendrin noch 20 Minuten an einem Rennsimulator angestanden bin. Also bin ich zurückgelaufen, hab mir alles nochmal angeschaut und musste mir dann ab 12 Uhr ein Alternativprogramm stricken.

Glücklicherweise befindet sich das Sydney Exhibtion Center (wo die Motorshow stattfand) mitten in Sydney im Stadtteil Darling Harbour, der sehr schön sein soll. Und auch das kann ich bestätigen: Darling Harbour ist wirklich sehr schön, insbesondere alles rund um den Hafen. Ich holte mir in der “Harbourside”, einer Shoppingmall, einen Burrito und setze mich in die Sonne. So kann man es in Sydney schon etwas besser aushalten.

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Mein nächstes Ziel war das National Maritime Museum. Zum einen weil es sich interessant anhörte, zum anderen aber auch weil es umsonst ist. Immerhin hatte ich schon 17 AUD für die zwei Stunden auf der Motorshow bezahlt. Im Martime Museum wird alles mögliche rund um das Meer und die Seefahrt ausgestellt. Angefangen bei Geschichten wie James Cook auf Australien (hieß früher “New Holland”) landete, über Hubschrauber die als U-Bootzerstörer eingesetzt wurden bis hin zu Quallen. Wirklich viel war nicht los in dem Museum, was wiederum eine gewisse Museumsatmosphäre ausstrahlte. Ich war gerade dabei mir ein kleineres Segelboot anzuschauen, das nur in einer Guided Tour betreten werden durfte, als ich von einer Mitarbeiterin angesprochen wurde, ob ich mir das Boot nicht von innen anschauen wollte.

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“Klar, wenn ich darf” war meine Antwort und schwupps war ich drauf. Ich musste die Schuhe ausziehen, zwei weitere Besucher die gerade greifbar waren wurden noch mit reinbefördert und wir bekamen vom einem netten alten Australier eine 10 Minütige Ausführung über dieses Segelboot. Es stellte sich als das Segelboot heraus, mit dem eine Australierin (ich hab ihren Namen schon wieder vergessen) als erste Frau jemals 1989 die Welt in 198 Tagen nonstop und allein umsegelte. Man merkte dem alten Mann deutlich an, was für eine große Leistung das gewesen sein musste und wie stolz er darauf war. Er vermittelte dauernd den Eindruck, als wäre sie seine beste Freundin, was ich jedoch nicht glaube, da er nicht wusste wo sie heute lebt. Auf meine Frage, ob sie denn noch einen der damals aufgestellten Rekorde hält (er hatte zuvor ausführlich berichtet, wieviele Rekorde dieser eine Trip hervorbrachte), antwortete er voller Überzeugung und Stolz: “Ja, den für die erste Frau die allein um die Welt segelte, hält sie immer noch.” Ich sah die anderen zwei Tourteilnehmer sich ebenfalls ein Grinsen verkneifen und wir nickten alle beeindruckt.

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Auf dem Heimweg kaufte ich mir noch ein dickes Sandwich zum Abendessen im Hostelzimmer (was inzwischen komplett durchgeweicht ist) und fand auf dem Heimweg durch Zufall einen günstigen Supermarkt! Nur zwei Blocks vom Hostel entfernt! AAAAHHHH! Nachdem ich mich hier schon ne Woche von teurem Junkfood ernähre. Da ich ja schon was zu Abendessen hatte und alles, was ich jetzt noch kaufe, am Montag zu Kristen umziehen muss, begnügte ich mich mit zwei Joghurts, einem Orangensaft mit Fruchtfleisch und einer kleinen Toblerone.

Für den morgigen Tag plane ich entweder eine Fahrt mit der Fähre nach Manly Beach, welcher sehr schön sein soll, oder einen Besuch im Zoo in Sydney. Das muss ich gleich noch etwas planen.

Auf jeden Fall freue ich mich drauf am Montag bei Kristen einziehen zu können und hoffe dann bald per Festnetz und Internet dauerhaft erreichbar zu sein.

Liebe Grüße,
Euer Michi

Written by in: Australien |
Okt
18
2007
4

Einzug doch erst am Montag

Hallo zusammen,

zuallerst eine Änderung was meine Handynummer in Australien angeht: Entgegen meiner letzen Nachricht, habe ich im Moment hauptsächlich meine deutsche Karte drin. D.h. wer mich hier per SMS oder sonstwie dringend erreichen will, der schreibt mir am besten einfach auf meine normale deutsche Nummer. Der Empfang kostet mich hier nix.
SMS schreiben werde ich immer von meiner australischen Nummer aus, da das für mich günstiger ist. Alles klar?

Ich bin zur Zeit immer noch im Hostel in der Innenstadt von Sydney (Y-Hotel an der Wentworth Avenue, Ecke Lyons Lane). Leider hab ich gestern erfahren, dass ich doch erst am Montag bei Kristen einziehen kann. Dann aber hoffentlich wirklich endgültig. Ich bin das Leben hier ohne richtiges Zuhause etwas leid im Moment. Ich steh jeden morgen um 6:30 Uhr auf, bin pünktlich um sieben beim Frühstück, weil ich um 7:20 Uhr schon wieder zur Bahn aufbrechen muss. Um 8 Uhr beginnt dann mein Arbeitstag und endet wieder um 16:20 Uhr. Normalerweise bin ich dann zwischen fünf und halb sechs im Hostel. Dumm ist, dass es dann bereits langsam dunkel wird, das hebt die Stimmung nicht gerade :-( Bald haben sie hier Zeitumstellung, dann wirds hoffentlich besser.

Abends bin ich dann mit Nahrungssuche beschäftigt. Gestern wollte ich mir eigentlich in einem der Supermärkte hier mal Brot, Käse und Wurst kaufen um mir selbst was machen zu können. Aber hier in der Stadt sind normaler Lebensmittel so abnormal freaking (um mal australisch einzubauen) teuer! So ein Inder wollte mir gestern ne normale Flasche Wasser für 3$ andrehen. Ein (1!) Joghurt kostet so zwischen 1 und 2 EUR! Irgendwas muss ich falsch machen, wobei es hier in der City glaub ich echt keine billigeren Läden gibt. Ich hoffe, das ist in den Suburbs anders.

Im Praktikum finde ich mich ganz gut zurecht, die Leute sind immer noch nett und ich finde langsam immer mehr Anschluß. Wer sich nicht richtig vorstellen kann, was ich hier eigentlich mache, dem sei gesagt: Ich arbeite in einer Autowerkstatt. D.h. im Normalfall Reifenwechseln, Bremsbeläge tauschen und Ölwechsel machen. Ab und zu gibts auch spannendere Sachen, ich bin ja auch erst 4 Tage da. Und immerhin sind es alles Porsches :-)

Am Wochenende plane ich mir die Sydney Motorshow (die kleine IAA in Australien) anzuschauen und einen Trip mit einer Fähre durch den Hafen von Sydney zu machen. Irgendwie muss ich raus ausm Hostelzimmer, sonst fällt mir die Decke auf den Kopf. So ist es momentan schon immer wenn ich von der Arbeit zurückkomme. Dann hab ich immer erstmal nen kleinen moralischen Durchhänger, während ich allein im Zimmer sitze und mir überlege welchen Fastfood ich mir heute reinziehe. Aber nachdem ich mir den Fast Food reingezogen hab, gehts mir meistens besser *g* Und natürlich jedes Mal, wenn ich mit Zuhause oder meinem Schatz telefoniert habe.

Da ich kaum neue Fotos zu bieten habe, gibts heute zwei Fotos von meinem letzten Mittagessen in Deutschland. Meine liebevolle Mama hat mir einen überbackenen Fisch gemacht, der leider nicht kross genug aus dem Ofen kam und deswegen dann noch getunt wurde… seht selbst :-)

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Vielen Dank nochmal dafür! Sowas leckeres wünsche ich mir hier manchmal auch.

Liebe Grüße an alle Zuhause oder sonstwo in der Welt (Brini, Mattes!),

Euer Michi

Written by in: Australien |
Okt
16
2007
1

Neue Handynummer

Hallo Leute,

diesmal nur ein kurzer Beitrag mit Info über meine neue Handynummer in Australien. Sie lautet

+61449069260

Ich werde in nächster Zeit etwa einmal am Tag noch meine deutsche Karte einlegen, das wird mit der Zeit aber sicher weniger.

Mama, evtl. könntet ihr mir mein altes Handy hinterherschicken? Dann könnt ihr mir aus Deutschland günstig SMS schreiben (für Empfang im Ausland zahl ich nix) und ich kann günstig nach Deutschland schreiben (vom autralischen Netz aus zahl ich nach Deutschland das gleiche wie ins australische Netz).

Ok, das wars schon. Hoffentlich bald wieder ein ausführlicherer Bericht. Ich hoffe es klappt dass ich am Freitag bei kristen einziehen kann und dann endlich eine dauerhafte Bleibe habe. Ich HOFFE auch, dass er möglichst bald auch nen Telefon- und Internetanschluß bekommt!

Liebe Grüße, Euer Michi

PS: ch war ganz gerührt ob der vielen Kommentare z meinem Mißgeschick mit dem Messer. Danke! Die Wunde verheilt weiterhin gut, vielleicht dusche ich morgen das erste Mal wieder ohne Handschuh :-)

Written by in: Australien |
Okt
15
2007
6

Erster Arbeitstag und andere Geschichten

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Heute war offiziell mein erster Arbeitstag im Porsche Center Sydney South! Ich durfte mithelfen nen Motor aus einem Porsche 996, der komplett zerlegt war, wieder zusammen zu bauen. Für den ersten Tag also schonmal ne recht interessante Angelegenheit, dementsprechend ging die Zeit auch schnell rum. Arbeitszeit ist übrigens von 8 bis 16:20 Uhr, mit 15 Minuten “Morning Tea” und 30 Minuten “Lunch”. Also recht entspannt.

Gestern stand wie angekündigt der Trackday auf der Rennstrecke in Eastern Creek an, 50 km außerhalb von Sydney. Ich sollte morgens um Viertel nach sechs von Shane abgeholt werden. am Vortag hatte ich mir extra schon zwei Brötchen und ein Glas Nutella (meine ersten erworbenen Besitztümer in Australien) besorgt, um nicht wieder $14 für das Frühstück hinblättern zu müssen. Morgens wurde dann in aller Eile ein Brötchen verspeist und das zweite sollte gerichtet werden. Das lief leider nicht ganz nach Plan: Ich rutschte mit meinem (sündhaft scharfen) Schweizer Taschenmesser ab und rammte es in meine linke Hand. Es war wirklich nicht nur ein Schnitt, sondern ein ziemlich tiefer, etwa 1 cm langer Stich im Handballen unterhalb des linken Daumens. Und geblutet hats wie Sau – alles ungefähr 10 Minuten bevor ich abgeholt werden sollte. Nachdem ich erstmal halb ohnmächtig wurde, hab ich notdürftig ein Tempo auf die Wunde gedrückt und mein restliches Zeug gepackt. Den Trackday wollte ich natürlich nicht verpassen! Beim Abputzen des Taschenmessers hab ich mich dann nochmal in den linken Mittelfinger geschnitten, aber diese Verletzung verblasste neben der anderen.

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Als ich bei Shane im Auto saß konnte ich die Wunde das erste Mal begutachten – und es sah ziemlich eklig aus. Aus der Wunde guckten zwei Muskelfasern raus, so als ob mein ein schön blutiges Steak durchgeschnitten hat. Aber ich konnt ja nix machen, also abwarten. An der Strecke hab ich mich mit nem Verbandskasten nötdürftig selbst versorgt, bin dann aber ein paar Stunden später doch zu den Sanis. Der anwesende Doktor (oder besser: dicker Sanitäter, der Medizin studiert) lobte mich für meine professionelle Erstversorgung und entschied sich dann gegen ein Nähen der Wunde, da sich die Hand an der Stelle ja andauernd bewegt. Sie haben die Wunde dann direkt mit nem sterile Pflaster zusammengeklebt und jetzt muss ich halt abwarten. Bisher siehts aber gut aus, die Wunde tut kaum weh und macht auch sonst keine Probleme. Drückt mir bitte die Daumen! Da ich die wunde auch schön trocken und sauber halten soll, dusch ich zur Zeit immer mit nem blauen Gummihandschuh an der linken Hand. Zum Glück kann mich niemand in der Dusche sehen…

Heute morgen musste ich außerdem raus aus meinem Hotel um in ein günstigeres Hostel umzuziehen, das immerhin näher am Stadtzentrum liegt. Dazu musste ich mein ganzes Hab und Gut wieder in meine zwei Rucksäcke packen und dann mit etwa 30 kg auf Rücken und Bauch verteilt zur Bahn laufen. Besonders ärgerlich war, dass ich mich einen knappen Kilometer den Berg zum Hostel hochgequält habe, nur um oben festzustellen, dass die nächste Bahnstation direkt um die Ecke gewesen wäre. Auch Fehlern lernt man. Internetmäßig ist das Hostel ein kleiner Fortschritt: Von $0,50 pro Minute im Hotel (oder $27,50 für den ganzen Tag, dazwischen gabs nix) kann ich hier jetzt stundenweise für $5 ins Internet. In der Nähe hats auch ein paar günstigere Internetcafés, aber das ists net so gemütlich.

Wer sich nach dem letzten Posting Angst um meinen Gemütszustand gemacht hat, den darf ich heute beruhigen. Seit gestern Abend bin auf einmal besserer Dinge (keine Ahnung warum, ist aber so), ich hab sogar “Mr. & Mrs. Smith” auf Englisch angeschaut. Die Abende zuvor war mir das englische Fernsehen irgendwie immer zuwider. Heute Nacht hab ich das erste Mal auch gut und genug geschlafen, ich hoffe also die Zeitumstellung jetzt endlich geschafft zu haben.

Ich werde jetzt voraussichtlich bis Freitag im Hostel bleiben um dann hoffentlich endgültig bei Kristen einziehen zu können.
Vielen Dank zum Schluß an alle, die immer wieder an mich denken und mich hier unten entweder anrufen, SMS oder e-Mails oder sonstwas schreiben! Ich freu mich immer riesig drüber.

Viele Grüße, bis zum nächsten Eintrag,
Euer Michi

Written by in: Australien |
Okt
13
2007
1

Touchdown

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Ich bin in Sydney angekommen. Und nachdem ich mich jetzt durchgerungen habe, den nicht gerade billigen Internetzugang im Hotel zu nutzen (hab noch kein gescheites Internetcafe in der Nähe gefunden), kann ich auch endlich was schreiben.

Nachdem ich den Flug ganz gut und nicht todmüde überstanden habe, bin ich inzwischen leider in ein kleines moralisches Tief gefallen :-( Ich schiebe es im Moment auf Heimweh (kannte ich schon lange nicht mehr, aber hier unten tritts dann, hoffentlich nur anfangs, doch auf), Jet-Lag in Kombination mit meiner angeschlagenen Gesundheit sowie der nicht 100% geklärten Wohungssituation.

Zum Heimweh: Ja, es scheint doch wirklich noch Zeichen und Wunder zu geben. Michi, der sich sonst kaum Zuhause meldet, würde am liebsten ne Standleitung nach Hause (vor allem zu meinem Schatz) haben. Es ist nicht so, dass ich heulend im Bett liege, aber den startenden Flugzeugen schau ich Moment noch wehmütig hinterher. Ich hoffe und denke das legt sich, wenn ich mich langsam einlebe.

Zum Jet-Lag und Gesundheit: Wie gesagt kam ich einigermaßen fit hier an, allerdings konnte ich heute Nacht nicht so gut und viel schlafen, wie ich gehofft hatte. Ich schaute auf meinem Laptop noch eine Film, bei dem ich mehrmals weggenickt bin. Als es dann aber wirklich ans Schlafen ging, war ich nicht mehr so todmüde, komisch. Schätzungsweise gegen 23 Uhr war ich dann wohl doch eingedöst – und prompt klingelte mein Handy. Rudi vom Rennteam aus Deutschland rief an, wohl aus Versehen, aber wach war ich danach trotzdem. Dann dauerte es nochmal bis ca. 1 Uhr, bis ich wieder schlafen konnte. Und obwohl es im Zimmer nicht gerade warm war, war mir die ganze Zeit zu warm und kalter Schweiß stand auf meiner Stirn. Krank bin ich zwar net, aber auch net zu 100% fit. Auch mein Hunger macht grad was er will: Nachts könnt ich ein halbes Schwein auf Toast verdrücken, morgens beim Frühstück dann würge ich mit Ach und Krach ein paar Fruchtstückchen und eine Scheibe Toast runter. Beim Mittagessen bei McDonalds hab ich sogar die Hälfte der Pommes zurückgehen lassen! (Übrigens, McDonalds ist bisher das Einzige, was billiger als in Deutschland ist. Sydney kommt mir unheimlich teuer vor!)

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Zur Wohnsituation: Im Moment bin ich bis Montag in einem Hotel untergebracht, dann muss ich in ein Hostel umziehen weils günstiger ist. Zum Glück zahlt das meine Praktikumsfirma. Das Problem ist, dass sie mir gesagt hatten, ein Mitarbeiter (Kristen) hat ein Zimmer frei und kann mich aufnehmen, wenn ich will. Ich hatte geantwortet, dass ich es mir anschaue, und dann sage obs mir gefällt. Nun stand das Zimmer aber nicht leer, sondern er hat noch einen Mitbewohner, den er jetzt zwar für mich rauswirft (kommt ihm wohl recht, da der Mitbewohner, O-Ton Kristen, “a pain in the ass” sein soll), aber auch das dauert seine Zeit. Vermutlich bis Ende kommender Woche. Hoffentlich hab ich dann ein Zuhause. Kristen hat leider im Moment kein Telefon und Internet, nachdem ich ihm aber klar gemacht hatte, dass das ein wichtiger Punkt für mich wäre, will er sich um einen Anschluß kümmern.

Die Wohnung an sich ist ok, mein Zimmer hat ne Matratze die am Boden liegt und einen Schrank, also erstmal genug um zu überleben. Sie liegt etwa 500 Meter von meiner Arbeitsstelle weg, was Fluch und Segen zugleich ist: Der Weg zur Arbeit ist kurz, aber die Umgebung ist alles andere als schön. Alexandria ist ein Vorort von Sydney, der direkt am Flughafen liegt. Dementsprechend ist es laut und sieht baustellenmäßig aus (an Flughäfen wird immer gebaut). Aber ich denke ich werde mich einleben und immerhin sind es bis zur Innenstadt mit der Bahn auch nur ein paar Minuten.

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Nach soviel Negativem und Gejammere, kann ich auch ein paar positive Dinge erzählen: Die Leute im Porsche Center sind wirklich alle sehr nett. Morgen geht es schon auf einen Trackday auf die Rennstrecke nach Eastern Creek, ich hoffe das bringt mich auf andere Gedanken. Sydney, wie man es von Fotos kennt, ist wirklich schön! Ich bin gestern gegen Spätnachmittag mit der Bahn an den Circular Quay gefahren und hab mir den Hafen rund um die Oper und die Harbour Bridge angeschaut. Dann hab ich nen kleinen Stadtbummel gemacht auf der Suche nach nem Vodafoneshop (welcher NICHT dort war, wo ihn mir der Tourist-Info Mitarbeiter beschrieben hat – der Typ hatte mir zwei verschiedene Dinge genannt und beide waren falsch!) und bei nem Italiener ne Pizza gegessen (hab ich schon erwähnt dass Sydney teuer ist?). Heute war ich auch wieder unterwegs um ein Hostel zu suchen und ich muss sagen: In Sydney selbst fühle ich mich wohl! Nur diesen Vorort hier finde ich zur Zeit noch schrecklich.

Insgesamt ticken die Uhren hier unten aber schon ein wenig anders als in Europa. Geschockt war ich heute, dass mich ein Ticket hin UND zurück in die Stadt (etwa 5 Stationen) $ 4,40 kostet, zum Flughafen (1 Station) aber $ 9,10 !! Lustig ist der Sound, den die Fußgängerampeln hier machen wenn sie auf grün schalten (was sehr selten und dann auch nur sehr kurz passiert!), hat etwas von StarWars. Ich hab mal ein Soundfile angehängt: Fußgängerampelsound in Sydney

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So, und für alle, die sich bis hierher durch meinen Bericht gekämpft haben, hab ich noch eine absolute Top-Meldung von der Titelseite des Sydney Morning Herald heute: Mehr als zwei Drinks pro Tag sind ungesund, schwangere Frauen sollten gar keinen Alkohol trinken und auch die neue empfohlene “Höchstdrinkzahl” für 15-jährige ist Null. Bahnbrechende News, das gibts echt nur in Australien! :-) Im Artikel stand dann, das bisher 6 (sechs!) Drinks pro Tag als offiziell gesundheitlich unbedenklich galten, für Kinder unter 15 gabs gleich gar keine Empfehlung. Ein Wissenschaftlerteam hat jetzt herausgefunden, dass die Zahlen zu hoch sind. Ach nee!

In diesem Sinne: Prost! Und danke fürs Zuhören!

Euer Michi

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