Hier kommt nun mein erster Bericht seit dem Einbruch und es gibt viel zu erzählen. Macht euch bereit…
Am Donnerstag, 2 Tag nach dem Einbruch, kam wie schon angekündigt jemand von der Spurensicherung vorbei um nach Fingerabdrücken zu suchen. Es war (für mich irgendwie überraschenderweise) ein junges Mädchen (also ich mein so in meinem Alter) und sie war fast drei Stunden damit beschäftigt auf unseren Türen, Fenstern und wo immer der Einbrecher evtl. war dieses schwarze Pulver aufzubringen und danach die Fingerabdrücke zu beschriften und zu fotografieren. Immerhin fand sie 18 verwertbare Abdrücke, wobei der Großteil davon wohl von Kristin und mir waren. Außerdem brachte sie die gute Nachricht, dass einer der Einbrecher bereits gefasst wurde und die Polizei meint zu wissen wer der zweite war, denn die beiden haben wohl schon öfters krumme Dinger gedreht. Mal schauen ob wir was zurückbekommen. Als sie fertig war sagte sie mir, ich solle das schwarze Pulver besser gleich wegputzen, da es sonst nicht mehr so gut weggeht… und es ging auch so schon ganz schön schwer ab! Aber so wurden immerhin mal unsere Türen geputzt, wenn auch nur von mir, da Kristin arbeiten musste und ich frei bekommen hatte um die Spurensucherin ins Haus zu lassen.
Am gleichen Tag machte ich mich abends auf in die Stadt um ein neues Netzteil für meinen Laptop zu kaufen. Dies stellte sich als schwerer heraus als ich dachte, da mein Laptop zum einen recht viel Strom zieht und zum anderen nen exotischen Toshiba-Stecker hat. Nachdem ich in 5 Elektronikläden war (immerhin kenne ich jetzt das australische Pendant zu Conrad Elektronik) wurde ich zum “Capitol Square” in Chinatown verwiesen, dort wären etwa 10 Computerläden auf einem Haufen. Der Capitol Square war eine kleine Soppingmall, die wirklich ausschließlich von chinesischen Läden besetzt war.
Auf der Galerie im 1. Stock befanden sich etwa 30 quietschbunte Automaten mit Bildschirmen imInnern, am ehesten erinnerten sie mich an Passbildautomaten. Da alles chinesisch beschriftet war, konnte ich nicht herausfinden für was sie gut sind und als ich ein Foto machte, kam gleich ein Chinese angerannt und meinte “No photos in this area”… keine Ahnung was das geheimes war, auf jeden Fall hab ich nur dieses eine Foto. Immerhin hab ich dort auch nen Laden gefunden der ein passendes Netzteil hatte und war so froh, dass ich alle Bedenken über Bord warf und ohne über Garantie oder sonstigen Quatsch nachzudenken , ihm das Ding für 90$ abkaufte. Daheim wurde mir bewußt, dass ich nichtmal ne Quittung bekommen hatte und außerdem besitzt das Netzteil einen nervigen Lüfter, der die ganze Zeit läuft. Aber immerhin kann ich meinen Laptop benutzen und bis jetzt läuft noch alles. Ich hoffe das beste.
Am Freitagabend stand die Weihnachtsfeier des Porschezentrums an. Ursprünglich war eine Hafenkreuzfahrt mit Abendessen auf dem Schiff geplant, aber die Anmeldeliste kam fast leer wieder bei Nichole, der Rezeptionistin, an, es schien als hätte keiner Lust auf Weihnachtsfeier. Daraufhin wurdedie Kreutfahrt abgesagt und stattdessen eine Feier in einem Bowlingclub mit Freibier für alle angesetzt – und schwupp war die Anmeldeliste voll :-) Im Endeeffekt war es auch ziemlich lustig aber ich hatte leider nur mein Handy zum Fotos machen dabei. Dennoch sind ein paar lustige Bilder – vor allem von Benson – entstanden. Benson und seine Freundin haben mich für übernächstes Wochenende übrigens auch zu sich eingeladen um mir mehr von Sydney zu zeigen wo sie wohnen.
Gestern wollte ich mit Paul nach einem Auto für mich schauen. Gegen 15 Uhr (nachdem wir unseren Rausch ausgeschlafen hatten) holten er und Lisa mich ab und wir klapperten ein paar Autohändler ab, fanden aber nichts Passendes. Dann kam Lisa auf die Idee, dass jeden Sonntagmorgen in ihrem Wohnort ein Automarkt ist, auf dem die Chancen besser sein könnten ein günstiges Auto zu finden – und schon wurde ich eingeladen die Nacht bei Paul und Lisa im Gästezimmer zu verbringen. Bevor wir zu ihnen nach Hause fuhren, bekam ich noch eine kleine Rundfahrt durch einen Nationalpark südlich der Botany Bay, wo sie mir den Platz zeigten an dem Captain Cook 1770 das erste Mal seinen Fuß auf australisches Land setzte. Der Beginn der modernen australischen Zivilisation!
Paul und Lisa leben in Cronulla, einem Vorort im Süden von Sydney, etwa 30 Minuten von wo ich wohne. Cronulla liegt direkt am Meer, hat nen schönen Strand mit ner schönen Strandpromenade und ist auch sonst ein nettes Örtchen. Wesentlich schöner als die Gegend in der ich wohne. Abends sind wir dann in einen Pub zum Abendessen gegangen (natürlich hab ich nen leckeren Burger gegessen) und da wir alle noch platt von der Weihnachtsfeier waren sind wir danach heim und haben auf ihrem Riesenfernseher “300″ geguckt. Heute morgen haben sie mich zum Frühstück in einem Café an der Strandpromenade eingeladen, so kann mans aushalten :-)
Der Automarkt war eine kleine Enttäuschung, da normalerweise wohl wesentlich mehr Autos angeboten werden als heute, und so gingen wir auch dort wieder mit leeren Händen vom Gelände. Dafür folgte danach mein zweiter Ausflug in den Royal National Park (der den ich das letzte Mal zu Fuß erkunden wollte, wo ich aber nur bis zum Eingang kam…), diesmal aber mit Auto! Der Park ist wirklich super schön, leider hatte ich wieder nur mein Handy zum Fotografieren dabei. Wir sind aber auch nur durchgefahren und haben keinen Bushwalk gemacht. Unser Ziel war der Ort Bundeena, der im Nationalpark am Meer liegt. Dort haben sie mich wieder in nen Pub eingeladen und Paul hat darauf bestanden, dass ich an diesem warmen, schönen Tag ein Bier mit ihm trinke (um 1 Uhr mittags…). Dann hat er mir eine weitere australische Spezialität vorgeführt: Die Pokies. Pokies sind im Grunde einfach Spielautomaten, aber sie stehen wirrklich in jedem Pub un ddie Australier sind, wie ich schon berichtete, spielverrückt.
Morgen geht es für meinen Kurztrip nach Las Vegas. Für eine Woche werde ich dort im Mandaly Bay Hotel residieren (ich hab den Trip gewonnen) und hauptsächlich einer Tagung der Softwarefirma Autodesk beiwohnen. Aber vielleicht nehm ich mir mal nen Tag frei und erkunde mit einem Mietwagen ein wenig die USA. Morgen wird auch endlich ein kleiner Traum wahr: Ich werde mit einer Boeing 747 um 16:15 Uhr nach San Francisco starten. Ich wollte schon immer mal mit einer 747 fliegen! Leider ist sie inzwischen ja nicht mehr das größte Passagierflugzeug der Welt – aber immer noch groß genug.
Mal schauen wie ich aus Las Vegas berichten kann, allerspätestens wenn ich am Sonntag zurückkehre hört ihr was von mir.
Viele liebe Grüße in die Heimat,
Euer Michi