Dez
29
2007
3

Roadtrip Melbourne – Sydney

Tag 1

Route: Melbourne – Lakes Entrance

Die Abfahrt in Melbourne mit unserem Hyundai Getz

Um 12 Uhr holten wir unseren Mietwagen bei Europcar in Melbourne ab. Robert hatte nicht die allerkleinste Klasse bestellt, da ursprünglich ja geplant war noch zwei Mädels mitzunehmen, die ebenfalls nach Sydney wollten. Glücklicherweise hatten diese aber abgesagt, denn die erwartete kleine Limousine stellte sich als kompakter Kompaktwagen (Hyundai Getz) heraus, der immerhin Klimaanlage, Automatik und vier Türen hatte (dadurch wurde unsere gebuchte Klasse offensichtlich charakterisiert). Für uns zu zweit also kein größeres Problem und schließlich versprach der kleine Wagen ja einen geringeren Verbrauch.

Wir entschieden uns die erste Etappe nicht an der Küste entlang zu fahren, da diese Strecke sehr lang zu fahren gewesen wäre und wir auch erstmal ein paar Kilometer weg von Melbourne wollten. Wir kürzten also einen Schlenker, den die Küste östlich von Melbourne macht, durch das Land ab. Dennoch war es schön zu fahren und es gab viel zu sehen. Die letzten 50 Kilometer nahmen wir noch zwei Anhalter mit (Max und Tiff) nach Bairnsdale. Die zwei waren ein bißchen verrückt (nicht beängstigend verrückt), natürlich wie alle Australier freundlich und unheimlich dankba, dass wir sie mitnahmen. Sie waren auf dem Weg zu nem Speedway Rennen in Bairnsdale (das sind Autorennen mit Autos mit riesigen Spoilern auf dem Dach auf kleinen Ovalen mit Sand als Fahrbahn). Max wiederholte immer wieder, dass sein Bruder die Nummer 1 in Australien ist – entweder war er so stolz drauf oder er meinte ich versteh ihn nicht. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass er einfach schon einen im Tee hatte, denn er hatte ne Sprite-Flasche mit Wein dabei (Alkohol in der Öffentlichkeit ist in Australien verboten), den er uns auch bereitwillig anbot :-)

Nächtliches Planschen im Pazifik

Wir beendeten unseren ersten Tagestrip in Lakes Entrance, dem ersten Ort, der wieder an der Küste lag. Wir fanden ein kleines Hostel, in dem zum Glück noch ein günstiges Doppelzimmer frei war. Nachdem wir uns in der Hostelküche uns ein Abendessen auf dem Niveau einer Fertigpizza zubereitet hatten, setzten wir uns vor dem Gemeinschaftsraum hin und tranken ein paar wohlverdiente Feierabendbier. Dabei trafen wir zwei Neuseeländer, die beide schon auf die 40 zugingen und ebenfalls durch Australien reisen. Mit einem von ihnen zogen wir später noch in den lokalen Pub weiter, der aber kurz nach unserer Ankunft schon schloß. Der Abend wurde mit einem romatischen kleinen Strandspaziergang bei Mondschein beschlossen – wobei mir natürlich wieder mein Schatz unheimlich fehlte. Ziemlich ermattet (und auch betrunken) sanken wir gegen 2 in unsere Betten. Um 10 Uhr war Checkout…

Tag 2

Route: Lakes Entrance – Merimbula

Hier kann man erahnen warum der Ort "Eden" heißt

Um 9:30 Uhr schellte der Wecker. Wir kämpften beide etwas mit dem Aufstehen, schafften es aber rechtzeitig unsere Sachen zu packen und loszufahren. Schließlich wollten wir ja auch weiter. Robert beschloss großzügig, dass ich den ersten Turn fahren durfte, da ich auch etwas fitter war. Das Wetter war, wie am Vortag übrigens auch, wirklich schön, vielleicht noch nicht zu warm, zum Autofahren aber gerade richtig. Zu unsere beiden Ernüchterung, führte die Straße leider nicht direkt an der Küste entlang, sondern immer etwa 5 – 10km innerhalb. So sahen wir das Meer meist nur, wenn die Straße durch einen Ort führte, der am Meer lag. Aber auch das ist typisch Australien: Sie haben einfach so viel wunderbar schöne Küsten (und andere Naturschönheiten), es geht gar nicht überall eine Straße hinzubauen.

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Unsere anfängliche kleine Enttäuschung wich jedoch bald Begeisterung über die Schönheit Australiens auch ohne Meerblick. Die Straße wand sich durch tropische Wälder, führte über saftig grüne Wiesen und streckte sich auch immer wieder mal über weit ausgedehnte Ebenen. Insgesamt war alles viel grüner, als wir uns es vorgestellt hätten. Normalerweise denkt man bei Australien ja an einen heißen, trockenen Kontinent, doch die Ostküste scheint sehr fruchtbar zu sein.

Ausblick von unserem Motelzimmer

Unterwegs entschieden wir uns für einen Ort namens Merimbula alsEtappenziel. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir uns mitten in der Ferienzeit der Australier befinden. Das Hostel war schon ausgebucht und viele Motels hatten gar keine oder nur noch sehr teuere Zimmer übrig. Wir fanden eines, das noch ein Doppelzimmer hatte – zwar zum doppelten Preis wie das Hostel am Vortag, aber dennoch noch vergleichweise günstig. Wir nahmen es und waren froh jetzt Zeit zu haben uns etwas an den Strand zu legen.

Und das Motel von außen

Da der Ort ja ziemlich voll schien, machten wir uns Hoffnung, dass Abends auch etwas mehr los sein könnte als in Lakes Entrance. Leider Fehlanzeige, wir spielten ein paar Runden Billard in einem Pub und machten uns dann auf eine kleine Erkundungstour durch den Ort. Es stellte sich heraus, dass der Pub wohl die einzige offene Gaststätte war und so beschlossen wir gegen halb Zehn uns im Motel noch nen Film anzuschauen und dafür morgen frisch und ausgeruht die nächste Etappe anzugehen. Beim Film anschauen machte dann leider mein Laptop-Netzteil die Grätsche. Ich hatte zu Anfang ja etwas über die Qualitätsanmutung des China-Produkts gelästert, gewann aber in letzter Zeit mehr und mehr vetrauen in das Teil. Zu früh gefreut. Naja, wie waren auf nem Roadtrip und ich brauchte den Laptop ja nicht, halb so schlimm also.

Tag 3

Route: Merimbula – Sydney

Diese Schilder sieht man andauernd, leider haben wir kein einziges Känguruh gesehen

Nach unserem ursprünglichen Plan wollten wir heute bis etwa 100 – 150km vor Sydney fahre, dort noch einmal übernachten und dann am letzten Tag nur noch bis Sydney fahren, da wir den Mietwagen dort um 12 Uhr abgeben mussten. Auf der Fahrt kam uns aber die Idee, dass es ja irgendwie unsinnig sei, 100km vor Sydney nochmal Geld für ne Übernachtung zu zahlen und dann den letzten Tag in Hetze zu verbringen um den Mietwagen rechtzeitig zurückzubringen. Die Planänderung lautete also heute schon nach Sydney zu fahren und uns den Tag über gemütlich Zeit zu lassen, wir wussten ja schon wo wir übernachten werden (bei mir) und da konnten wir auch nachts irgendwann ankommen.

Camel Rock Beach

Von Merimbula gab es auch eine kleiner Straße, die einige Zeit an der Küste entlangführte. Diesmal fuhr Robert den ersten Stint und ich konnte mich dabei der Landschaft und der traumhaften Küste widmen. Einmal hielten wir an einem Strand an der “Camel Rock Beach” hieß. Ich denke auf dem Foto kann man gut erkennen warum er so hieß :-)

Der Strand an dem ich das erste Mal im Pazifik badete

In einem Ort namens Ulladulla legten wir uns am Nachmittag nochmal für 1 1/2 Stunden an den Strand. Da es heute noch einmal deutlich wärmer war als die letzten Tage, habe ich mich auch das erste Mal in meinem Leben in den Pazifik gewagt ;-) Das Wasser war wunderbar warm und klar! Danach waren dann noch die letzten 220km bis Sydney zu absolvieren. Weil ich normalerweise ja kein Auto habe, haben wir die Gelegenheit genutzt und noch nen Großeinkauf eingeschoben bevor wir gegen halb Zehn bei mir daheim war.

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Heute waren wir jetzt schon bei absolut traumhaftem Wetter in Sydney unterwegs und ich konnte Robert ein wenig die Stadt zeigen. Heute Abend wollen wir gleich dann in Richtung Stadt aufbrechen und schauen was das Nachtleben hier so zu bieten hat. Morgen ist dann ausruhen angesagt bevor am Montag Silvester gefeiert wird!

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen des Berichtes, es ist schwer alles in Worte zu fassen was wir die letzten drei Tage gesehen haben. Auch Fotos konnte ich lange nicht von allen Dingen machen – meist siehts auf Fotos eh nicht so schön aus wie es in Wirklichkeit war.

Liebe Grüße in die Heimat,

Euer Michi

PS: Ich hab mir (natürlich) heute direkt ein neues Netzteil gekauft, diesmal ein Original Toshiba. Und da es grade im Angebot war, war es sogar nur 9 Dollar teurer als das Chinadingens… :-)

Written by in: Australien |
Dez
25
2007
4

Great Ocean Road

Heute waren wir bei einem Arbeitskollegen von Robert (ein höheres Tier in der Firma) zum Weihnachtsessen am Mittag mit seiner Familie und Freunden eingeladen. Es waren etwa 10 Erwachsene und 6 Kinder da und es war wirklich sehr nett. Die Australier haben mal wieder ihre Gastfreundschaft unter Beweis gestellt und uns mit einem leckeren Essen (natürlich mit Truthahn) verwöhnt. Wir haben uns sehr gut unterhalten und waren etwas traurig, dass wir uns bald nach dem Dessert so gegen 16 Uhr verabschieden mussten, da wir ja noch die Great Ocean Road erkunden wollten.

Aber es hat sich gelohnt! Wir brauchten etwa 1 1/2 Stunden bis zum Beginn der Great Ocean Road und konnten deswegen dann nur etwa 60 Kilometer abfahren – aber dennoch, super! Traumhafte Strände mit schönen Wellen, schroff abfallende Felsen und sanft auslaufende Berghänge, dazu eine wunderbar geschwungene Straße… wirklich schön. Ich denke kaum, dass ich in meiner Zeit in Australien noch einmal herkommen kann, falls ich aber wieder Mal nach Australien komme, steht die komplette Great Ocean Road auf jeden Fall auf dem Programm.

Morgen um 12 Uhr holen Robert und ich unseren Mietwagen bei Europcar ab, mit dem wir uns dann auf unseren 4-tägigen Roadtrip nach Sydney machen. Wir haben noch nichts geplant, alles was wir wissen ist dass wir an der Küste entlangfahren wollen. Wo es uns hin verschlägt, wo wir übernachten werden und was wir sehen werden – alles ist noch offen. Wie aufregend! :-)

Viele liebe Grüße,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Dez
25
2007
0

Weihnachten in Melbourne

Je nach dem wie lange sich eure Weihnachtsfeierlichkeiten hinziehen, sind einige von euch vielleicht im Moment noch mit den letzten Ausläufern von Heiligabend beschäftigt. Ich dagegen finde dagegen hier am ersten Weihnachtsfeiertag endlich Zeit euch einen kurzen bericht von meinem Trip nach Melbourne abzuliefern. Also von vorne:

Die Zugfahrt lief ganz gut, ich hatte über die 12 Stunden drei verschiedene Sitznachbarn in der ersten Klasse – wobei die erste Klasse hier nicht so das Über-Ding ist(vermutlich war sie deswegen auch so günstig). Insgesamt würde ich den gesamten Standard im Zug in etwa mit einem InterCity in Deutschland vergleichen. Leider war das Wetter fast die komplette Zugfahrt über schlecht, d.h. meistens hat es geregnet. Dennoch war die Landschaft interessant anzuschauen.

In Melbourne angekommen holte mich Robert dann vom Bahnhof ab und wir fuhren zu ihm nach Hause. Er wohnt in Melbourne in einem Appartmenthaus zusammen mit Sam, seinem Mitbewohnerm, der schon 12 Jahre in Melbourne wohnt und ein sehr netter und lustiger Typ ist. Ich wurde dann zum Entspannen in die Annehmlichkeiten des Hauses eingeführt: Im Erdgeschoss befindet sich ein Swimmingpool, ein Whirlpool, ein Dampfbad, eine Sauna und ein Fitneßstudio! Alles kann von den Hausbewohnern kostenlos benutzt werden. Den Abend verbrachten wir dann in der Wohnung, obwohl wir weggehen wollten, aber dann doch zu müde waren. Trotzdem schafften wir es bis drei Uhr morgens genügend Bier vernichtet zu haben um ziemlich betrunken in Bett zu fallen.

Dementsprechend fing der nächste Morgen spät an. 12 Uhr aufstehen, dann erstmal wieder Whirlpool und Dampfbad und anschließend gings zum ersten Mal für mich in die Stadt. Ich muss sagen, dass mir Melbourne sehr gut gefällt! In der Innenstadt ist alles etwas offener und freundlicher gestaltet, in Sydney kommt man sich wirklich wie in einer riesigen Großstadt vor, in Melbourne dagegen fühlt es sich etwas heimeliger an. Natürlich hat Sydney den Vorteil den Circular Quay mit der Harbour Bridge und dem Opera House zu haben. Aber davon abgesehen ist Melbourne eine wirklich vorzügliche Stadt.

Abends ging es dann das erste Mal raus zum Feiern. Wir waren in verschiedenen Bars und Clubs, eine davon schön am Meer gelegen mit offenem Innenhof in dem fleißig getanzt wurde. Leider war es auch an diesem Abend recht kalt, d.h. mit Pullover und langer Hose hab ich fast gefroren (ok, ich friere leicht). In einer lauen Sommernacht muss die “Location” echt großartig sein :-) Wir waren dann wieder etwa um drei Uhr im Bett, was für den nächsten Vormittag wieder Ausschlafen hieß. Eigentlich wollten wir uns dann auf einen kleinen Trip auf die Great Ocean Road begeben, haben dann aber die Zeit etwas vetrödelt und uns schließlich für eine kurze Runde Golf auf dem Royal Albert Park Golf Course entschieden – direkt an der Formel 1 Rennstrecke! Auch wenn es wieder recht kalt und windig war, begleitete uns immerhin stetig die Sonne und es war wirklich super. Meine Golfperformance ließ leider etwas zu wünschen übrig – was dazu führte, dass wir für 9 Loch drei Stunden brauchten und richtig ausgehungert erst um halb Neun wieder daheim waren. Heiligabend wollten wir dann zusammen mit Sam und Alex (einem Freund von Sam) in der Stadt mit Feiern verbringen.

Irgendwie waren Robert und ich aber ziemlich ausgepowert vom Golf und den Nächten zuvor und so kam es, dass wir schon um 1 Uhr wieder Zuhause im Bett lagen. Immerhin hatten wir ein paar Bier in einer Bar getrunken und waren dann etwas planlos mit Alex als Fahrer durch die Stadt gegurkt um nen besseren Club zu finden. Dabei reifte aber immer mehr der Entschluß, dass das Bett ruft ;-)

Trotzdem wars wieder ein guter Abend und wir sind heute immerhin mal etwas fitter. Ich schreibe den Beitrag gerade unter ziemlichem Zeitdruck, da wir bei einem Arbeitskollegen von Robert zum Weihnachtsessen eingeladen sind und in 5 Minuten los müssen. Wir haben uns vorgenommen danach dann heute die Great Ocean Road anzugehen – ich werde berichten obs geklappt hat.

Ich wünsche euch noch geruhsame Feiertage und hoffe ihr verdaut euer Weihnachtsessen gut.

Weihnachtliche Grüße in die Heimat,
Euer Michi

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Dez
20
2007
7

Weihnachten rückt näher

… und deswegen habe ich heute auch mein erstes Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr erhalten. Unerwarteterweise (eigentlich selbstverständlich, da ich in Australien eigentlich gar keine Geschenke erwarte) vom Porsche Centre Sydney South! Um 10:30 Uhr war heute ein Meeting für die gesamte Belegschaft angesetz, was sich als kleine Geburtsagsfeier im Voraus für 3 Leute (die an den Feiertagen Geburtstag haben) sowie als Bescherung für alle herausstellte. Und man muss sagen, sie haben sich nicht Lumpen lassen. Jeder der etwa 30 Angestellten bekam das selbe Barbeque-Set wie ich:

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Nicht schlecht, was?

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Gestern habe ich dann auch endlich mein erstes tödlich giftiges Tier in freier Wildbahn gesehen, eine Redback Spinne. Sie saß am Garagentor der Werkstatt, wo ich am Vortag noch dagegengelehnt saß, und war ein recht großes Exemplar. Das kleine Vieh kann mit einem Biss einen Menschen töten… aber das stört hier keinen besonders. So ist das halt.

Vor einigen Wochen hab ich in der Werkstatt auf der Motorhaube eines Porsche Cayenne schon einen Huntsman sitzen sehen. Das ist eine recht große Spinne (diese war fast so groß wie eine Hand), die jedoch “nur” ein paar Schmerzen auslöst, wenn sie einen beißt. Dennoch war das Tier beeindruckend und etwas beängstigend (ihr merkt, dass ich kein Spinnen Fan bin). Leider konnte ich damals kein Foto davon machen.

Am Samstagmorgen werde ich mich wie angekündigt per Zug auf den Weg nach Melbourne zu Robert machen. Ich denke mal, dass ich in Melbourne eher weniger Zeit habe um lange Berichte zu schreiben, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Ich wünsche allen also jetzt schonmal fröhliche Weihnachten und geruhsame Feiertage,

Euer Michi

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Dez
18
2007
4

Blue Mountains und Reptile Park

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Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter mir, deswegen verliere ich auch keine Zeit und fange direkt mit dem Bericht an. Am Samstagmorgen gegen 10 Uhr holten mich Benson und seine Freundin Jo ab, sie wollten mir heute die Blue Mountains zeigen. Die Blue Mountains sind ein Gebiet etwa 60 km westlich von Sydney, das aus größtenteils mit Eukalyptus (91 verschiedene Arten gibt es hier) bewachsenen Bergen besteht. Der höchste Punkt ist ca. 11oom hoch und im Winter fällt ab und zu sogar Schnee. Ihren Namen haben die Blue Mountains von den Eukalyptusdämpfen, die die Luft über den Bergen in der Ferne bläulich einfärben. Lange Zeit stellten sie ein unüberwindbares Hindernis auf dem Weg in den australischen Westen dar (warum niemand früher drauf gekommen ist, einfach südlich dran vorbeizulaufen, weiß ich auch nicht). Die Hauptstraße durch die Blue Mountains, die auch wir nahmen, entspricht vom Verlauf her ziemlich genau dem ersten Weg, den eine Expedition 1813 hindurch fand. Unser Ziel war sozusagen die Hauptstadt der Blue Mountains, Katoomba.

Einstieg in die steilste Bahn der Welt

Dort steuerten wir zuerst den berühmten Echo Point an, von dem aus man einen schönen Rundumblick hat und die Three Sisters, eine Felsformation , besichtigen kann. Anschließend ging es zum Highlight, der Scenic Railway, mit der steilsten wasauchimmer-Bahn der Welt. Auf 415 Metern fährt man 206,5 Höhenmeter in die Tiefe, an der steilsten Stelle sind es unglaubliche 128 % Steigung! Unten angekommen liefen wir etwa eine Stunde in Regenwaldähnlichem Gebiet herum, bevor wir wieder mit einer Seilbahn nach oben fuhren. Danach besichtigten wir noch die Katoomba und die Wentworth Falls, um im Anschluß ein spätes, wohlverdientes Mittagessen in Katoomba einzunehmen.

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Wer sich jetzt über meine relative kurze, sachliche Beschreibung meines Ausfluges wundert: Ja, die Blue Mountains sind schön. Aber am Ende ist es doch nur ein großer Wald, und wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht geboren bin um im Wald herumzulaufen und mich in stundenlangen Spaziergängen zu ergehen ;-) Und zum Glück sind Benson und Jo auch keine Wanderfreaks, weswegen der Ausflug schön und vom Laufaufkommen her genau richtig war.

Am Sonntag ging es zum Australian Reptile Park im Norden von Sydney. Und gleich morgens gab es auch hier ein kleines Highlight: Ich durfte mit Bensons Auto, immerhin ein Subaru Impreza WRX, die halbe Stunde zum Park fahren. Meine ersten Kilometer auf australischen Straßen, meine ersten Kilometer am Steuer eines rechtsgelenkten Auto überhaupt! Aber es hat einwandfrei geklappt, lediglich mein Blinksignal wurde immer von einmaligem Schweibenwischen angekündigt – und umgekehrt ;-)

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Der Reptile Park war dann wirklich toll und ich kann jedem, der nach Sydney kommt, einen Besuch nur empfehlen. Der Park hat eigentlich nur in Australien heimische Tiere und im Widerspruch zu seinem Namen gibt es hier auch Känguruhs, Koalas, Wallabies, Dingos, diverse Vögel, etc. Besonders interessant und unterhaltsam waren die diversen Shows und Vorführungen, die etwa im Halbstundentakt stattfanden. Sie wurden immer vom selben, wirklich lustigen und informativen australischen Parkwächter gehalten. Ohne ihn wäre der Park nur halb so gut! Eindrucksvoll war auch der See des Parks, der etwa 20 (nicht zu kleine) Alligatoren beherbergte. Es sah wirklich aus wie ein Alligatorenverseuchter Fluß im Amazonasgebiet aus einem Hollywoodfilm. Und um 12 Uhr konnten wir sogar die Fütterung verfolgen…

Was gab es sonst nocht Besonderes? Ich konnte ein Kanguruh streicheln, habe endlich eine Redback und eine Funnel Web Spinne in echt gesehene und hatte das erste Mal in meinem Leben eine Schildkröte in der Hand – ja ok, das mit der Schildkröte ist jtzt nicht so der Burner. Leider fing es so gegen 14 Uhr an zu regnen (eigentlich normal hier zur Zeit), weswegen wir dann schon den Heimweg über eine große Shoppingmall antraten.

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Übrigens: Benson und Jo leben ziemlich im Norden von Sydney, in Mooney Mooney, einem etwas abgelegenen Örtchen am Hornsby River. Das Haus, in dem sie eine Wohnung haben, liegt ziemlich alleine im Wald, und so sind dort Begegnungen mit der australischen Tierwelt an der Tagesordnung. Jo erzählte mir schon, dass öfter nachts Possums ans Küchenfenster kommen oder übers Dach rennen. Direkt am ersten Abend sah ich dann auch ein paar Possums, die am Küchenfenster von Jo gefüttert wurden. Knuffige Tierchen irgendwie :-)

Tja das war mein Wochenende. Am Montagmorgen fuhr ich mit Benson morgens zur Arbeit und war somit wieder in heimischen Gefilden. Diese Woche will ich mich noch etwas stärker nach einem Auto umschauen, bevor ich dann am Samstag nach Melbourne zu Robert fahre.

Ich wünsche euch noch eine schöne Weihnachtszeit,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Dez
14
2007
4

Wochenendpläne

Hallo ihr treuen Leser,

von der vergangen Woche habe ich nicht viel zu berichten, damit ihr dennoch nicht umsonst reinklickt, verfasse ich diesen Beitrag hier :-)

Diese Woche wurde ich von meinem Arbeitskollegen Benson und seiner Freundin Jo eingelade das kommende Wochenende bei ihnen zu verbringen. Morgen wollen sie mit mir in die Blue Mountains fahren (da bin ich schon gespannt), dann werde ich bei ihnen übernachten und am Sonntag werden wir die Northern Beaches unsicher machen. Ich werde also endlich mehr von Sydney sehen und Stellen von Australien betreten, die ich nie vorher gesehen habe. Aufregend!

Apropos Pläne: Über Weihnachten werde ich Robert in Melbourne besuchen. Wer sich jetzt fragt: “Wer ist Robert?” – Robert ist ein Freund, der in Stuttgart die ersten Semester mit mir studiert hat und dann nach Münster gewechselt ist. Zufällig macht er zur gleichen Zeit wie ich ein Praktikum in Melbourne. Ich werde also am 22. Dezember hier um 7 Uhr morgens in einen Zug steigen und 12 Stunden später in Melbourne ankommen. Ich freu mich schon unheimlich auf die Zugfahrt, da ich Zugfahren wunderschön gemütlich finde und man sich dabei herrlich die Landschaft anschauen kann. Außerdem ist es vergleichsweise billig, die Fahrt kostet mich etwa 60 EUR (natürlich fahr ich 1. Klasse – bin ja Businessclass-verwöhnt *g*).

Zwischen Weihnachten und Silvester werden wir dann mit einem Mietwagen wieder nach Sydney fahren und Robert (und zwei Freundinnen aus Melbourne) verbringen dann Silvester bei mir in Sydney. Ja, ich werde Silvester 2007 am Hafen in Sydney verbringen, das wird sicher eindrucksvoll.

So, ich muss mal langsam schlafen gehen, damit ich morgen von den Blue Mountains auch was sehe ;-)

Liebe Grüße in die Heimat,
Euer Michi

Written by in: Australien |
Dez
10
2007
7

Drag Racing – YEEEHAA!

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Wie bereits angekündigt, war ich letzten Samstag auf einem Dragster Rennen. Paul (als bekennender Dragster Fan und Rundstrecken-Hasser) hatte mir vorgeschlagen mich mit zu nehmen, auf der Strecke trafen wir dann noch Luke, Benson und seine Freundin Jo. Es war das erste Mal für mich und bisher hielt ich es nicht gerade für spannend, anderen dabei zu zu sehen, wie sie einfach 400 Meter geradeaus fahren. Aber ich muss sagen: 400 Meter geradeaus fahren kann ganz schön beeindruckend sein. Insbesondere wenn man der Königsklasse der Dragster zuschaut, den Top Fuel Dragstern.

Top Fuel Dragster haben so in etwa 8000 PS und bewältigen die Viertelmeile (402,336 m) damit in unter 5 Sekunden. Der Weltrekord steht bei 4,428 Sekunden und einer Endgeschwindigkeit von 540 km/h… Null bis 540 km/h in 4,4, Sekunden!!!! Nach diesen 4 Sekunden Rennen, wird jedes Mal der Motor komplett zerlegt und überholt, was die Mechaniker in unter 2 Stunden schaffen – sie haben wohl Übung darin. Unter Vollast braucht der Top Fueler etwa 8 Liter Nitro-Methan-Sprit pro SEKUNDE. Das ist angeblich gleich viel, wie ein vollbeladener Jumbojet beim Start braucht. Unglaublich!

Aber das eigentlich beeindruckende ist nicht die schiere Beschleunigung und Endgeschwindigkeit, nein es ist die Soundkulisse. Ich habe noch nie in meinem Leben etwas so atemberaubend Lautes gehört (ja, Formel 1 Autos sind auch laut – aber kein Vergleich zu Top Fuelern). Schon wenn die Wagen nur am Start im Leerlauf vor sich hinbrabbeln und man 50 Meter entfernt auf der Tribüne sitzt, muss man sich die Ohren zuhalten. Als es zum ersten Mal los ging, war ich einfach nur geschockt… alles bebt, wirklich alles zittert bis in die Grundfesten. Man hört die Dragster nicht nur, nein man SPÜRT sie am ganzen Körper. Jedes Mal hat man das Gefühl, dass die Sicht etwas unscharf wird von den Vibrationen , die Kleider schlackern am Leib und es grummelt im Magen. Unbeschreiblich!

Was jedoch noch eine Stufe schockierender war, war direkt neben einem Dragster zu stehen. Wir liefen zwischen den Läufen durch das Fahrerlager und bei einem Team wurde gerade ein Motortestlauf vorbereitet. Wir blieben stehen und ich zückte meine Kamera. Wir waren etwa 3 Meter entfernt. Als der Motor angelassen wurde und im Leerlauf lief, war es fast schon unerträglich laut. Ich hielt mit mit einer Hand das linke Ohr zu, musste aber mit der rechten Hand filmen und presste also mein rechtes Ohr notdürftig auf meine Schulter. Etwa eine Minute lang geschah nichts besonderes, dann wurden ohne Vorwarnung zwei kurze Gasstöße abgefeuert… ich glaube man kann auf dem Video gut sehen wie ich zusammengeschreckt bin. Allen Zuschauern ging es ähnlich, zwei Leute die neben mir standen rempelten mich beim zurückweichen fast um und plötzlich war der Zuschauerkreis um den Dragster auf den doppelten Durchmesser angewachsen. Ich hatte etwa in der Richtung gestanden, in die die Auspuffrohre der linken vier Zylinder zeigten. Es förmlich ein Orkan an Auspuffgasen, der mir entgegenkam und mir tränten die Augen vom Nitromethan in der Luft. Dennoch gabs in dem Moment nichts Besseres, als das Glück gehabt zu haben beinahe von einem Dragster taub geworden zu sein :-)

Um nochmal auf das Thema meines letzten Beitrages, das Wetter, zurückzukommen. Auch diese Woche sind bis Freitag für jeden Tag Regenfälle in Sydney vorausgesagt, teilweise auch richtige Stürme. Gestern wütete zum Beispiel in den westlichen Teilen Sydneys ein Unwetter, das Bäume umriss und mit bis zu 8 cm großen Hagelkörnern aufwartete. Hagel im Sommer in Australien! Ich hab heute das Auto eines Mitarbeiters von Porsche gesehen, der in der Gegend des Unwetters wohnt. Sein recht neuer Subaru ist mit teils großen Dellen über und über gesegnet, sogar an der Seite des Autos haben Hagelkörner eingeschlagen und Spuren hinterlassen! Das Wetter spielt hier echt verrückt zur Zeit.

Viele Grüße,
Euer Michi

Written by in: Australien |
Dez
08
2007
2

Der australische Sommer – eine große Lüge?

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So, ich muss mich hier mal über das Wetter in Sydney auslassen. Wenn man an Sommer und Australien denkt, hat man normalerweise ja Sonne, Temperaturen jenseits 35°C und Buschfeuer wegen Trockenheit im Kopf. All das hab ich in meinen knapp 2 Monaten in Sydney NICHT erlebt (was ja nicht unbedingt schlimm sein muss… aber trotzdem). Gut, verglichen mit dem deutschen Winter ist hier schon gutes Wetter, die Temperaturen sind zur Zeit meist zwischen 20 und 28 °C , was ganz angenehm ist, aber komischerweise herrscht hier zur Zeit ein wohl untypisch feuchtes Klima vor.

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Schon an meinem ersten Tag in Sydney im Oktober, hat es wie aus Kübeln gegossen – das war wohl ein Vorzeichen. Seit ich jetzt aber in Las Vegas war, und es dort komischerweise auf einmal auch in der Wüste geregnet ha, werde ich das Gefühl nicht los, dass der Regen was mit mir zu tun hat ;-) Ulkigerweise war die Woche, als ich in Las Vegas war, hier in Sydney gutes Wetter. Und drei Mal dürft ihr raten, was in Sydney jeden Tag passierte, seit ich am Montag zurückgekommen bin… es regnete.

Gestern Nachmittag hatten wir hier innerhalb von 15 Minuten so viel Niederschlag, dass es die ganze Straße hinter dem Porschzentrum überschwemmt hat. Ich hab ein Video davon gemacht, also seht selbst:

Ansonsten war meine Arbeistwoche normal und ich habe den Jetlag gut überwunden. Im Moment scheint zum Glück die Sonne, denn Paul will mich heute Abend mit auf ein Dragsterrennen in Eastern Creek nehmen – und da wär Regen natürlich sehr schlecht.

Viele liebe Grüße in die Heimat,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Dez
03
2007
5

Michi back in town

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Da bin ich wieder, sicher und wohlbehalten landete ich heute morgen gegen 7:30 Uhr in Sydney. Mein Flug von Las Vegas aus hatte auch wieder eine Stunde Verspätung (wohl noch Nachwirkungen vom Vortag) und so musste ich in San Francisco nur etwa 7 Stunden totschlagen. Im Sicherheitsbereich des San Francisco International Terminal gibts ein echt leckeres mexikanisches Restaurant, bei dem sogar die Preise in Ordnung sind. Ich habe dort nen Salat in einer Taco-Schale für 8,75 $ gegessen, da kann man nix sagen.

Der momentan einzige Airbus A380 im Passagierverkehr!

Der Flug über den Pazifik war etwas unruhiger als der Hinflug, es gab kaum eine längere Phase ohne Turbulenzen, aber schlußendlich hat uns die Crew gut rüber gebracht. Und das beste war, dass mein Gepäck sogar mit mir ankam! Alles wird gut :-) Und am Flughafen hat unsere Boeing 747 dann direkt neben dem momentan einzigen, im Dienst befindlichen Airbus A380 geparkt. Aber in real sieht der A380 gar nicht soo groß aus. Ich find ne 747 immer noch beeindruckender.

Trotz Economy-Class konnte ich sogar relativ viel schlafen (oder vor mich hindösen, wie man’s nimmt) und so war ich den ganzen Tag heute relativ fit, konnte ein paar Lebensmitteleinkäufe erledigen und war sogar beim Friseur. Nachdem ich den kurzen Bericht hier fertig getippt habe, werde ich mich ans Schlafengehen machen. Hoffentlich kommt nicht morgen der große Jetlag-Hammer, wie in Las Vegas bei mir.

Apropos Jetlag: Danke Marie nochmal für die Jetease Tabletten, ich denke die helfen sicher etwas. Da ich zur Zeit aber so viel fliege, musste ich mir am Flughafen in Sydney vor meiner Reise Nachschub besorgen. Und jetzt beim Heimflug habe ich bemerkt, dass man hier andere Jetease Tabletten bekommt…! Die Packung sieht fast gleich aus, aber unter “Jetease” steht der Zusatz “Homeopathic”. Und in diesen Tabletten sind keine Vitamine enthalten, sondern verschiedene homöopathische Mittel. Komisch komisch. Vielleicht kann meine Mama ja was zu den Inhaltsstoffen sagen, auf der Packung steht:

  • Arnica montana 30C
  • Bellis perenis 30C
  • Chamomilla 30C
  • Ipecacuanha 30C
  • Lycopodium 30 C

Naja, solange es hilft ;-) Und bisher spür ich noch nix vom Jetlag. Ich leg mich jetzt dann trotzdem mal aufs Ohr um morgen ausgeruht in meine Arbeitswoche starten zu können.

Viele Grüße,
Euer Michi

Written by in: Australien |

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