Tag 1
Route: Melbourne – Lakes Entrance
Um 12 Uhr holten wir unseren Mietwagen bei Europcar in Melbourne ab. Robert hatte nicht die allerkleinste Klasse bestellt, da ursprünglich ja geplant war noch zwei Mädels mitzunehmen, die ebenfalls nach Sydney wollten. Glücklicherweise hatten diese aber abgesagt, denn die erwartete kleine Limousine stellte sich als kompakter Kompaktwagen (Hyundai Getz) heraus, der immerhin Klimaanlage, Automatik und vier Türen hatte (dadurch wurde unsere gebuchte Klasse offensichtlich charakterisiert). Für uns zu zweit also kein größeres Problem und schließlich versprach der kleine Wagen ja einen geringeren Verbrauch.
Wir entschieden uns die erste Etappe nicht an der Küste entlang zu fahren, da diese Strecke sehr lang zu fahren gewesen wäre und wir auch erstmal ein paar Kilometer weg von Melbourne wollten. Wir kürzten also einen Schlenker, den die Küste östlich von Melbourne macht, durch das Land ab. Dennoch war es schön zu fahren und es gab viel zu sehen. Die letzten 50 Kilometer nahmen wir noch zwei Anhalter mit (Max und Tiff) nach Bairnsdale. Die zwei waren ein bißchen verrückt (nicht beängstigend verrückt), natürlich wie alle Australier freundlich und unheimlich dankba, dass wir sie mitnahmen. Sie waren auf dem Weg zu nem Speedway Rennen in Bairnsdale (das sind Autorennen mit Autos mit riesigen Spoilern auf dem Dach auf kleinen Ovalen mit Sand als Fahrbahn). Max wiederholte immer wieder, dass sein Bruder die Nummer 1 in Australien ist – entweder war er so stolz drauf oder er meinte ich versteh ihn nicht. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass er einfach schon einen im Tee hatte, denn er hatte ne Sprite-Flasche mit Wein dabei (Alkohol in der Öffentlichkeit ist in Australien verboten), den er uns auch bereitwillig anbot :-)
Wir beendeten unseren ersten Tagestrip in Lakes Entrance, dem ersten Ort, der wieder an der Küste lag. Wir fanden ein kleines Hostel, in dem zum Glück noch ein günstiges Doppelzimmer frei war. Nachdem wir uns in der Hostelküche uns ein Abendessen auf dem Niveau einer Fertigpizza zubereitet hatten, setzten wir uns vor dem Gemeinschaftsraum hin und tranken ein paar wohlverdiente Feierabendbier. Dabei trafen wir zwei Neuseeländer, die beide schon auf die 40 zugingen und ebenfalls durch Australien reisen. Mit einem von ihnen zogen wir später noch in den lokalen Pub weiter, der aber kurz nach unserer Ankunft schon schloß. Der Abend wurde mit einem romatischen kleinen Strandspaziergang bei Mondschein beschlossen – wobei mir natürlich wieder mein Schatz unheimlich fehlte. Ziemlich ermattet (und auch betrunken) sanken wir gegen 2 in unsere Betten. Um 10 Uhr war Checkout…
Tag 2
Route: Lakes Entrance – Merimbula
Um 9:30 Uhr schellte der Wecker. Wir kämpften beide etwas mit dem Aufstehen, schafften es aber rechtzeitig unsere Sachen zu packen und loszufahren. Schließlich wollten wir ja auch weiter. Robert beschloss großzügig, dass ich den ersten Turn fahren durfte, da ich auch etwas fitter war. Das Wetter war, wie am Vortag übrigens auch, wirklich schön, vielleicht noch nicht zu warm, zum Autofahren aber gerade richtig. Zu unsere beiden Ernüchterung, führte die Straße leider nicht direkt an der Küste entlang, sondern immer etwa 5 – 10km innerhalb. So sahen wir das Meer meist nur, wenn die Straße durch einen Ort führte, der am Meer lag. Aber auch das ist typisch Australien: Sie haben einfach so viel wunderbar schöne Küsten (und andere Naturschönheiten), es geht gar nicht überall eine Straße hinzubauen.
Unsere anfängliche kleine Enttäuschung wich jedoch bald Begeisterung über die Schönheit Australiens auch ohne Meerblick. Die Straße wand sich durch tropische Wälder, führte über saftig grüne Wiesen und streckte sich auch immer wieder mal über weit ausgedehnte Ebenen. Insgesamt war alles viel grüner, als wir uns es vorgestellt hätten. Normalerweise denkt man bei Australien ja an einen heißen, trockenen Kontinent, doch die Ostküste scheint sehr fruchtbar zu sein.
Unterwegs entschieden wir uns für einen Ort namens Merimbula alsEtappenziel. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir uns mitten in der Ferienzeit der Australier befinden. Das Hostel war schon ausgebucht und viele Motels hatten gar keine oder nur noch sehr teuere Zimmer übrig. Wir fanden eines, das noch ein Doppelzimmer hatte – zwar zum doppelten Preis wie das Hostel am Vortag, aber dennoch noch vergleichweise günstig. Wir nahmen es und waren froh jetzt Zeit zu haben uns etwas an den Strand zu legen.
Da der Ort ja ziemlich voll schien, machten wir uns Hoffnung, dass Abends auch etwas mehr los sein könnte als in Lakes Entrance. Leider Fehlanzeige, wir spielten ein paar Runden Billard in einem Pub und machten uns dann auf eine kleine Erkundungstour durch den Ort. Es stellte sich heraus, dass der Pub wohl die einzige offene Gaststätte war und so beschlossen wir gegen halb Zehn uns im Motel noch nen Film anzuschauen und dafür morgen frisch und ausgeruht die nächste Etappe anzugehen. Beim Film anschauen machte dann leider mein Laptop-Netzteil die Grätsche. Ich hatte zu Anfang ja etwas über die Qualitätsanmutung des China-Produkts gelästert, gewann aber in letzter Zeit mehr und mehr vetrauen in das Teil. Zu früh gefreut. Naja, wie waren auf nem Roadtrip und ich brauchte den Laptop ja nicht, halb so schlimm also.
Tag 3
Route: Merimbula – Sydney
Nach unserem ursprünglichen Plan wollten wir heute bis etwa 100 – 150km vor Sydney fahre, dort noch einmal übernachten und dann am letzten Tag nur noch bis Sydney fahren, da wir den Mietwagen dort um 12 Uhr abgeben mussten. Auf der Fahrt kam uns aber die Idee, dass es ja irgendwie unsinnig sei, 100km vor Sydney nochmal Geld für ne Übernachtung zu zahlen und dann den letzten Tag in Hetze zu verbringen um den Mietwagen rechtzeitig zurückzubringen. Die Planänderung lautete also heute schon nach Sydney zu fahren und uns den Tag über gemütlich Zeit zu lassen, wir wussten ja schon wo wir übernachten werden (bei mir) und da konnten wir auch nachts irgendwann ankommen.
Von Merimbula gab es auch eine kleiner Straße, die einige Zeit an der Küste entlangführte. Diesmal fuhr Robert den ersten Stint und ich konnte mich dabei der Landschaft und der traumhaften Küste widmen. Einmal hielten wir an einem Strand an der “Camel Rock Beach” hieß. Ich denke auf dem Foto kann man gut erkennen warum er so hieß :-)
In einem Ort namens Ulladulla legten wir uns am Nachmittag nochmal für 1 1/2 Stunden an den Strand. Da es heute noch einmal deutlich wärmer war als die letzten Tage, habe ich mich auch das erste Mal in meinem Leben in den Pazifik gewagt ;-) Das Wasser war wunderbar warm und klar! Danach waren dann noch die letzten 220km bis Sydney zu absolvieren. Weil ich normalerweise ja kein Auto habe, haben wir die Gelegenheit genutzt und noch nen Großeinkauf eingeschoben bevor wir gegen halb Zehn bei mir daheim war.
Heute waren wir jetzt schon bei absolut traumhaftem Wetter in Sydney unterwegs und ich konnte Robert ein wenig die Stadt zeigen. Heute Abend wollen wir gleich dann in Richtung Stadt aufbrechen und schauen was das Nachtleben hier so zu bieten hat. Morgen ist dann ausruhen angesagt bevor am Montag Silvester gefeiert wird!
Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen des Berichtes, es ist schwer alles in Worte zu fassen was wir die letzten drei Tage gesehen haben. Auch Fotos konnte ich lange nicht von allen Dingen machen – meist siehts auf Fotos eh nicht so schön aus wie es in Wirklichkeit war.
Liebe Grüße in die Heimat,
Euer Michi
PS: Ich hab mir (natürlich) heute direkt ein neues Netzteil gekauft, diesmal ein Original Toshiba. Und da es grade im Angebot war, war es sogar nur 9 Dollar teurer als das Chinadingens… :-)
- Neues Album: Roadtrip