Feb
26
2008
4

Segeln um die Whitsunday Islands

Bitte entschuldigt die lange Pause, die letzte Woche war vollgepackt mit Programm. Aber nachdem sich die ersten Leute nun schon sorgen gemacht haben ob ich wohl auf einer Straße ertunken bin, muss ich vor meiner Abreise morgen doch noch diesen Bericht absetzen :-)

Um es vorwegzunehmen: Alles wird gut!

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Nach meinem letzten Bericht, der durchaus nicht besonders positiv klang (es war auch alles andere als positiv) war ich mir ja sicher die nächsten Tage in Bowen bei Regen festzuhängen. Aber geschehen noch Zeichen und Wunder und so schien, als ich am nächsten Morgen aufwachte, die Sonne! Eiligst packte ich meine Sachen um die 70 Kilometer nach Airlie Beach zurückzulegenm, da ich dort bis 10:30 Uhr auf dem Segelboot einchecken musste. Pünktlich in Airlie angekommen wurde mir dann gesagt, dass seit 5 Tagen kein Boot den Hafen verlassen hat, da dauerhaft eine Windwarnung bestand. Ich solle um 11:30 Uhr wiederkommen, da kommt das nächste Wetterupdate und dann entscheidet sich ob das Boot rausfährt. Wenn man hört, dass eit 5 Tagen Sturm ist, glaubt man nicht wirklich daran, dass sich das in der einen Stunde, die man jetzt wartet, ändert. Aber um mich jetzt zu wiederholen: Es geschehen noch Zeichen und Wunder… :-) Die Windwarnung war aufgehoben und der Wettebericht sagte gutes Wetter voraus. Ich kaufte noch schnell ein paar Bier ein (Verpflegung war inklusive, Alkohol musste man mitbringen) und dann gings ab auf das Segelboot.

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Die “Condor” ist ein ehemaliges Rennboot, das in den 80iger Jahren so ziemlich jedes große Segelrennen mindestens zwei Mal gewonnen hat und danach in ein Touri-Schiff umgebaut wurde. Wie cool :-) Auf dem Boot waren 26 Gäste und 3 Crewmitglieder untergebracht, d.h. wenn es ans Segeln ging mussten wir mithelfen die Winden zu bedienden und Segel hochzuziehen, was natürlich Spaß gemacht hat. Leider sind wir nur etwa die Hälfte der Zeit gesegelt und den Rest mit Motor gefahren, aber ich nehme an dass es kaum anders ging wenn sie eine feste Route haben, die in einer bestimmte Zeit (2 Tage) abgefahren werden muss. Trotzdem war es super!

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Wir liefen am ersten Tag um 13 Uhr aus und sind dann etwa 2 Stunden zum Beginn der Whitsundays in eine kleine Bucht gesegelt. Dort konnte man das erste Mal an einem kleinen Riff schnorcheln gehen. Da die Gefahr bestand das Quallen im Wasser sind (wir haben einige gesehen), musste man einen sogenannten “Stinger Suit” tragen, eine Art Ganzkörper-Taucheranzug, der einen vor direktem Hautkontakt mit einer Qualle schützt und einem ein gewisses Gefühl von Sicherheit gibt. Das Schnorcheln hat richtig Spaß gemacht und war schön entspannend, leider war das Wasser etwas trüber als normal wegen der ganzen Regenfälle. Dennoch hat man viele Korallen und Fische und Seeanemonen usw gesehen. Nemo hab ich leider nicht getroffen ;-)  Übrigens: Das Boot das man hier in den Felsen hängen sieht war grade am Wochenende zuvor in einem Sturm dort gestrandet und 37 Backpacker mussten evakuiert werden. Ich hatte die Story vorher schon gehört aber nicht so rihtig geglaubt. Nachdem unser Captain sie uns dann aber nochmal erzählt hat und wir das Boot da hängen sahen, war es schon ein etwas komisches Gefühl jetzt dort Schnorcheln zu gehen. Aber das Wetter war ja gut…

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Als wir wieder aufs Boot kamen war schon der Afternoon Tea gerichtet mit Tee und Kaffe und Plätzchen. Dann sind wir nochmal ne Stunde in eine andere Bucht gesegelt, in der wir vor Anker gegangen sind um dort zu übernachten. Am nächsten Morgen wurde um 6 Uhr aufgestanden und um 7 gings los Richtung “Whiteheaven Beach”. Das ist der berühmte Strand, den man normal sieht wenn man bei Google “Whitsunday Islands” eingibt. Wir wurden mit nem kleinen Motorboot auf die Insel gebracht wo wir einen kleinen Bushwalk zu einem Aussichtspunkt machten. Von dort ging es dann runter zum Strand wo wir 2 Stunden Baden und uns sonnen konnten.

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Nach einem leckeren Mittagessen gings dann weiter zu einer anderen Bucht wo wieder geschnorchelt wurde und dann zu einer weiteren Bucht wo wir wieder übernachteten. Am letzten Tag war mehr oder minder nur noch die Heimfahrt geplant, da die Ankunft auf 11 Uhr morgens geplant war. Dank bestem Sonnenschein war aber auch das “nur fahren” eine reine Freude! Insgesamt war der Segeltrip wirklich spitze. Das Wetter war einwandfrei, die Leute auf dem Boot waren auch ok (gut, nicht ganz so cool wie die Fraser-Truppe, aber dennoch) und das Essen war ebenfalls sehr gut. Nachdem ich mich am Montag ja noch geärgert hatte, dass ich nach Norden gefahren war, hat sich also ab Dienstag alles zum guten gewendet.

Ich bin dann am gleichen Tag (Donnerstag) noch wieder die 500 km zurück nach Rockhampton gefahren, da ich einigermaßen zügig zurück nach Sydney wollte um hier noch ein paar letzte ruhige Tage zu haben. In Rockhampton waren Kjersti und Stine immer noch im gleichen Hostel, ich verabschiedete mich am Freitag dann zum dritten Mal von den beiden… diesmal wohl endgültig.

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Von Rockhampton aus fuhr ich nun nicht an der Küste entlang nach Sydney sondern durchs Hinterland, da es a) etwa 200 km kürzer war und b) ich mal was anderes sehen wollte. Und dort sah Australien wenigestens annähernd so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte: Auch wenn es immer noch recht grün war, sah man doch dass die Gegend normal trocken ist und endlch sah ich neben der Straße auch mal die berühmte rote Erde. Nach 800 km Fahrt am ersten Tag kam ich im kleinen Ort “Moree” an, wo ich in einem Pub ein Zimmer für 35 Dollar fand. Da ich ziemlich müde vom Fahren war ging ich bald ins Bett und außerdem wollte ich am nächsten Tag ja nochmal 700 km nach Sydney fahren.

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Der Rest des Trips lief dann auch fast problemlos, nur 400 km vor Sydney musste ich einmal einen platten Hinterreifen wechseln, da die Radkappe das Ventil durchgescheuert hatte. Dank meiner perfekten Ausrüstung von Paul kostete mich der Wechsel aber nur 15 Minuten :-)

Seit Samstagabend bin ich jetzt wieder in Sydney und wohne bei Paul. Ich bin grade dabei meine Sachen zu packen und zu entscheiden was ch mitnehme und was ich zurücklasse. Meine Reise entlang der Ostküste war trotz des Regens ein Erfolg, ich hab viel gesehen und viele nette Leute kennengelernt (… I’ll Facebook you…). Auf eine Art kommt mir der Trip lang vor, da ich so viel erlebt habe in der Zeit, auf der anderen Seite waren es faktisch jedoch nur 20 Tage. … 20 Tage in denen ich knapp 5000 km zurückgelegt habe. Australien ist ein großes Land!

Morgen früh um 8:40 Uhr geht mein Flugzeug nach Seoul – oh ich sehe grade, dass auf der Airport-Seite steht es geht um 9:30 Uhr, das muss ich nochmal prüfen. Naja, auf jeden Fall fliege ich mit Asiana Flug OZ602 nach Seoul, bekomme dort eine Stopovernacht in einem Hotel gezahlt und werde am Donnerstag etwa um 17 Uhr in Frankfurt landen. Ich freu mich unheimlich euch alle wiederzusehen (natürlich zu allererst meine Nathi!) und hoffe dass viele, die das hier lesen, zu meiner und Brinis Willkommensparty am Samstag kommen!

Viele Grüße und bis bald,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Feb
18
2008
5

Stuck in Rockhampton

Logbucheintrag von Samstag, 16.02.2008:

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Im Moment sitze ich grade in Rockhampton fest. Alle Straßen Richtung Norden nach Airlie Beach sind wegen Überschwemmung gesperrt, besonders die Region um Mackay hats getroffen. Dort hat es soviel geregnet wie seit 90 Jahren nicht mehr und die Region ist im Moment als Katastrophengebiet deklariert. Rockhampton ist immerhin eine etwas größere Stadt (60.000 Einwohner), dennoch ist es am Arsch der Welt, liegt nicht am Meer und ohne schönes Wetter kann man eh nicht viel machen. So langsam vergeht mir etwas die Lust aufs Segeln… Ich muss hier spätestens morgen früh (Montagmorgen) losfahren um rechtzeitig in Airlie Beach zu sein für meinen am Dienstag beginnenden Segeltrip. Aber selbst wenn die Straßen morgen wieder offen sind, weiß ich nicht ob ich wirklich da hoch will. Ich hab wenig Lust drei Tage bei schlechtem Wetter auf nem Segelboot zu sitzen und falls die Straßen dann wieder überschwemmt sind komme ich nicht mehr zurück nach Sydney. Und auch selbst wenn es morgens heißt die Straßen sind offen, kann es gut sein dass die Straße wieder überschwemmt ist, bis ich dort ankomme. Im Moment kann hier grade niemand etwas Verlässliches über Wetter oder Straßenverhältnisse vorhersagen.

Der Alternativplan wäre am Montag zurück nach Brisbane zu fahren, dort vielleicht nen Tag in einem der Vergnüngungsparks zu verbringen, dann evtl. in Coffs Harbour Nathis Tante Irmi besuchen zu gehen und etwas früher zurück in Sydney zu sein. Keine Ahnung was ich machen soll.

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Immerhin bin ich in Rockhampton nicht alleine. Als wir (die Schweizerin Angela und ich) letzten Donnerstag wieder zurück nach Hervey Bay gegangen sind und ins Hostel eingecheckt haben, haben wir die zwei Norwegerinnen aus unserer Fraser Grupper wieder getroffen. Angela hat dann entschlossen ihren Trip nach Norden abzublasen und ist am Freitag zurück nach Sydney geflogen. Ich bin am Freitag dann zusammen mit Stine und Kjersti nach Norden aufgebrochen und wir haben uns kurz die kleine Stadt “Town of 1770″ angeschaut, dort aber beschlossen dass es zu klein ist um dort zu bleiben und sind weiter nach Rockhampton. Hier sitzen wir jetzt seit zwei Tagen in einem ganz netten Hostel fest, das sogar nur 20 Dollar pro Nacht kostet. Stine und Kjesrti sind sehr nett und unkompliziert, ne schöne Abwechslung zu Joyce, die mich am Ende etwas genervt hatte mit ihrer lahmarschigen Art – ich war ganz froh als ich sie in Brisbane zurücklassen konnte.

Ich werde jetzt morgen früh af jeden Fall aus Rockhampton aufbrechen, unklar ist lediglich die Richtung. Falls das Wetter Besserung verspricht und die Straßen OK sind, werde ich wohl nach Norden fahren. Falls nicht werde ich Richtung Brisbane fahren. Dumm ist nur, dass ich den Segeltrip als Paket zusammen mit der Fraser-Tour gebucht habe und nicht genau weiß ob und wieviel Geld ich zurückbekomme, wenn ich das absage. Aber wer kann auch ahnen, dass das Wetter hier solche Kapriolen schlägt??

Also, ich versuch euch auf dem Laufenden zu halten,
liebe Grüße in die Heimat,

Euer Michi, der sich irgendwie aufs deutsche Wetter freut… warum wohl??

Logbucheintrag von Montag, 18.02.2008:

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Ich hab mich heute morgen entschlossen nach Norden zu fahren und zu probieren nach Airlie Beach zu kommen. Beim Losfahren in Rpckhampton war das Wetter OK, je weiter ich jedoch nach Norden kam desto stärker wurde der Regen. 10 km vor Airlie Beach (nach bereits 450 zurückgelegten Kilometern) war die Straße dann so stark überschwemm, dass es für mich kein weiterkommen gab. Zuvor hatte ich schon ein paar überschwemmte Abschnitte befahren, die aber noch problemlos gingen. Trotzdem ziemlich angsteinflößend… Ich bin jetzt 60 km nördlich von Airlie in einem kleinen Kaff namens Bowen in einem Hostel. Als ich ankam war ich der einzige Gast, inzwischen sind noch drei andere da. Eigentlich wollte ich hier abwarten bis morgen früh und hoffen, dass ich dann nach Airlie Beach komme. Spätestens um 10:30 Uhr muss ich da sein. Aber im Moment regnet es so stark, dass ich ect fürchte morgen weder nach Airlie NOCH wieder zurück nach Süden zu kommen. Ich hab keinen Bock hier alleine hängen zu bleiben…

Drückt mir die Daumen, zumindest der Wetterbericht sagt es soll morgen besser werden.

Liebe Grüße,

Michi

Written by in: Australien |
Feb
14
2008
1

Fraser Island

Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Strahlender Sonnenschein, blendend weiße Strände und kristallklare Seen – so kennt man Fraser Island in der ganzen Welt. Und jetzt dürft ihr drei Mal raten, was für Wetter mich auf meiner 3 Tage währenden Campingtour erwartete…

Ich hatte eine 3 Tage / 2 Nächte “Selfguided Tour” gebucht. Das heißt eine Gruppe von 10 Leuten bekommt einen Jeep, 4 Zelte, Campinggeschirr und Verpflegung in die Hand gedrückt und dann gehts auf eigene Faust los. Übernachtet wird direkt am Strand in ausgewiesenen Campingzonen, die von der Ausstattung her aber Wildcampen entsprechen: Nämlich gar nix :-) D.h. Dusche gibts nicht und wenn man aufs Klo muss nimmt man sich eine Schaufel, entfernt sich etwas von der Gruppe und buddelt sich sein eigenes Klo. Echtes Abenteuer also. Die einzige Zufahrt zu den Campingzonen führt über den Strand, was einen von Ebbe und Flut abhängig macht und dazu führt, dass man nur zu bestimmten Zeiten aufbrechen bzw. zurückkommen kann. Unsere Zeitfenster waren von 6 Uhr bis 8:30 Uhr morgens und von 13 Uhr bis 18 Uhr abends.

Ich hatte ursprünglich ja für Dienstag als Abfahrtstag gebucht, hab aber aus Planungstechnischen Gründen auf Montag umgebucht, was im Nachhinein eine goldrichtige Entscheidung war. Wenn man mit 10 Leuten für 3 Tage lang in einen Jeep gepfercht ist, kann man sich vorstellen, dass Wohl und Wehe von der Harmonie der Gruppe abhängt. Und ich hab wirklich eine super Gruppe erwischt! Wir waren 3 Engländer, 3 Engländerinnen, 2 Norwegerinnen, eine Schweizerin und ich. Und dann gings los.

Pünktlich als wir auf die Fähre nach Fraser Island fuhren, begann es zu regnen (Wieso hab ich nix Anderes erwartet??). Wir mussten dann erstmal die Insel von Westen nach Osten überqueren, da unsere Campingzone an der Ostseite lag. Beim Aufbauen der Zelte stellten wir fest, dass eine Stange gebrochen war, die mit unseren begrenzten Mitteln leider auch nicht zu reparieren war. Es mussten also 10 Leute auf drei Drei-Mann-Zelte verteilt werden. Aber das sollte das kleinere Porblem sein. Nachdem die Zelte mehr schlecht als recht standen (Topmaterial ist was anderes…), begann die Party uim Jeep :-) Zum Glück hatten wir mehr als genug Bier und Wein eingekauft – was soll man sonst in strömendem Regen machen?? Da wir bereits um 16 Uhr mit trinken angefangen hatten (uns wurde gesagt wir sollen das Camp früh aufbauen, da es schon gegen 18 Uhr dunkel wird) waren wir etwa um 22 Uhr schon im “Bett”. Da ich mit am längesten aufgeblieben war, lag ich im 4er Zelt zusammen mit einem Engländer und den zwei Norwegerinnen. Ich hatte die Arschkarte gezogen, da ich am Rand lag und zusätzlich die Seite erwischt hatte, wo das Zelt undicht war. Das Ergebnis war, dass im Zelt ein konstanter Spühregen auf mich herabrieselte. Die erste Stunde konnte ich noch schlafen, dann drang die Nässe langsam duch den Schlafsack. Um 4 Uhr wechselte ich dann in dem Jeep und döste noch bis 5 Uhr, dann war Aufstehen angesagt. Wir wollten um 6 Uhr pünktlich auf den Strand fahren um trotz Regen doch ein wenig was von Fraser zu sehen. Die anderen Zelte waren auch etwas nass, aber meins war eindeutig das schlimmste. Morgens haben wir sogar ne Krabbe in unserem Zelt entdeckt…!

Am zweiten Tag machten wir also ne kleine Tour vom Süden der Insel entlang des Strandes nach Norden, was etwa 1 1/2 Stunden dauert. Unterwegs kommt man am berühmten Schiffswrack der Maheno vorbei, wo ein kurzer Fotostopp eingelegt wurde. Am nördlichen Ende angekommen waren wir dann für 5 Stunden “gefangen”, da wir ja erst um 13 Uhr wieder den Strand befahren konnten. Wir vetrieben uns die Zeit mit Cricketspielen und einem Ausflug zu den “Champaign Pools”, einer Art natürlichem Meerwasser-Swimmingpool. Es regnete die meiste Zeit, aber unsere Gruppe hatte beschlossen das beste aus der Situation zu machen und obwohl wir alle müde und durchnässt waren, war die Stimmung durchweg gut.

Wir wurden mit einer zweiten Nach belohnt, in der es immerhin weniger regnete als in der Nacht zuvor. Wie gesagt hatten wir genug Alkohol dabei um auch die zweite Nacht viel Spaß im “Party-Van” zu haben – wunderbar. Ich glaub ich war um 1 Uhr erst im Bett, legte mich in meinen nassen, komplett komplett mit Sand panierten Schlafsack und schlief 4 Stunden wie ein Baby! Um 14 Uhr mussten wir am nächsten Tag wieder an der Fähre sein und verbrachten den Morgen am Lake McKenzie, eine glasklaren See in der Mitte von Fraser. Um 8 Uhr kam sogar die Sonne raus und so kam es, dass sich fast die komplette Gruppe noch einen Sonnenbrand abholte – kaum zu glauben bei der Vorgeschichte! Wiederum pünktlich zu unserer Ankunft auf dem Festland in Hervey Bay begann es zu wie aus Eimern zu schütten. Egal, wir waren zurück, haben es überlebt und hatten unheimlich viel Spaß!

Im Nachhinein muss ich sagen, dass es wirklich mit das Beste war was ich bisher in Australien erlebt habe. Die Gruppe war echt spitze und ich war richtig traurig als ich mich gestern Abend von allen verabschieden musste, weil ich heute zusammen mit der Schweizerin weiter nach Airlie Beach fahren wollte. Airlie Beach ist der Startpunkt für meinen Segeltörn um die Whitsundays und ist etwa 900km nördlich von Hervey Bay.

Aber erstens kommt es Anders, und zweitens als man denkt. Wir hatten schon ausgecheckt aus dem Hostel und das Auto komplett gepackt. Dann sind wir zur Sicherheit nochmal beim lokalen Polizeiposten vorbeigefahren um uns nach dem Straßenzustand das Bruce Highway nach Norden zu erkundigen, da ich gehört hatte, dass einige Straßen überschwemmt sind. Und natürlich: Im Moment ist es nicht Möglich nach Airlie Beach zu kommen weil der Highway an einer Stelle überschwemmt ist und die Ausweichroute ebenfalls…

Ich hab jetzt meinen Segeltrip auf Dienstag verschoben und bleibe noch eine Nacht in Hervey Bay. Dann mal schauen wie es weitergeht, ich hoffe mal dass es irgendwann aufhört zu regnen und ich wenigstens am Dienstag segeln gehen kann! Australien, Sonne pur!

Liebe Grüße und jetzt sind es schon nur noch 2 Wochen bis ich heimfliege,

Euer Michi

Written by in: Australien |
Feb
07
2008
2

Coffs Harbour und Byron Bay

Hallo alle zusammen,

sicher seid ihr schon gespannt was mir die letzten Tage so widerfahren ist und dank eines unbekannten WLAN-Spenders habe ich im Hostel sogar Internet (wenn es auch regelmäßig abbricht). Also, wo anfangen? Am besten vorne:

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Ich hatte mit Joyce ausgemacht sie am Montagmorgen um 8:30 Uhr bei ihr abzuholen. Als ich ankam habe ich sie mit dem Klingeln geweckt, sie hatte wohl am Abend zuvor noch lange Farewell gefeiert. Um 9 waren wir dann on the road und irgendwann zwischen 10 und 11 endlich raus aus Sydney. Sydney im morgendlichen Berufsverkehr kommt einem noch viel größer vor… Passend zu meinen bishergen Wettererfahrungen in Australien regnete es wie aus Kübeln. Wunderbar! Immerhin hatte ich letzte Woche noch neue Scheibenwischerblätter aufgezogen und meine Heckscheibe neu abgedichtet. Wir saßen also wengistens im Trockenen und die Klimaanlage hielt die Scheiben erfolgreich beschlagsfrei. Bei Abfahrt hatten wir immer noch keine genaue Ahnung wie weit wir kommen wollten, aber nach und nach kristallisierte sich heraus, dass es wohl Coffs Harbour werden sollte. Wir hatten ein wenig auf besseres Wetter gehofft je weiter wir nach Norden kommen, es schien aber an der ganzen Ostküste gleich zu sein und so regnete es immer noch in Strömen als wir in Coffs ankamen.

Leider klappte das mit dem Übernachten bei Nathis Tante Irmi in Coffs nicht, aber ich werde sie wohl dann auf dem Rückweg nach Sydney besuchen gehen. Wir suchten uns also ein Hostel und wurden auch schnell fündig. Der Name war “Moeys Hoeys” (oder umgekehrt) und es lag super schön direkt am Strand. Wir waren in einem Viererzimmer mit einem holländischen Pärchen, die ganz nett und sehr ruhig waren. Leider regnete es ja durchgehend, weswegen wir den Abend im angrenzenden Pub bei einem Billard-Wettbewerb verbrachten.

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Am nächsten Morgen brachen wir zeitig auf um weiter nach Norden zu fahren, da wir keinen Sinn darin sahen bei Regen uns in Coffs zu langweilen. Auf dem Weg raus aus Coffs machten wir noch den obligatorischen Stopp an der “Big Banana”. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich sie mir größer vorgestellt hatte. Also eher so groß wie ein Haus – immerhin konnte man durchlaufen :-) Diese “großen” Dinge sind eine weitere Spezialität der Australier. Man gebe ihnen ein wenig Drahtgestell, Pappmaché oder besser Beton und sie zaubern einem überall überlebensgroße Dinge: Die große Banana, den großen Hummer, den großen Bullen (angeblich mit freischwingenden Riesenhoden) usw usf.

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Auf unserem Weg nach Byron Bay regnete es zu Beginn immer noch Bindfäden, gegen Nachmittag wurde das Wetter etwas besser und kurz bevor wir in Byron waren hatten wir sogar für 2 Stunden Sonne! Endlich Licht am Ende des Tunnels. In Byron suchten wir uns zuerst auch wieder ein Hostel und sind jetzt bis Freitag im “Main Beach Backpackers” in einem Sechserzimmer. Mit den Zimmergenossen hatten wir auch diesmal wieder Glück: Ein netter, ruhiger Holländer, ein etwas älterer, lustiger Italiener und zwei Betten die zuerst mit zwei Engländerinnen belegt waren. Nachdem die gestern abgereist sind, kamen zwei junge Mädels aus Melbourne als Nachrücker, die aber heute auch schon wieder abreisten. Mal schauen wer als nächstes kommt :-)

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Byron Bay ist viel kleiner als ich es mir vorgestellt hatte. Byron ist ziemlich berühmt, alle sagen man muss dort unbedingt mal gewesen sein und dementsprechend hatte ich erwartet, dass es sehr touristisch und überfüllt ist. Ist es aber gar nicht. Natürlich sind viele Touris und Backpacker hier (ich glaube eigentlich ausschließlich), dennoch hat es Byron geschafft ein kleines, gemütliches Städtchen zu bleiben. Und alles ist zu Fuß erreichbar. Die Lebensweise ist wie man es erwartet seeehr relaxt (no worries mate!) und so hab ich auch noch nicht so viel Außergewöhnliches unternommen außer ein wenig rumzulaufen, mir neue Badeshorts zu kaufen und am Strand oder im Bett zu liegen und zu lesen. Und Abends geht man dann zusammen mit Leuten, die man im Hostel kennengelernt hat, in eine der 3 oder 4 Partylocations in Byron :-)

Eigentlich wollte ich ja auch ganz gern mal surfen lernen, und wo sonst wenn nicht in Byron? Allerdings hab ichs gestern nicht geschafft ne Surfstunde zu buchen (ich war zu beschäftigt mit rumliegen und lesen *g*), mal schauen ob ich es heute schaffe. Dafür hab ich gestern was ganz Anderes, noch viel cooleres gebucht: Eine 3 Tage / 2 Nächte Offroad Tour auf Fraser Island mit anschließender 2 Tage / 2 Nächte Segeltour um die Whitsunday Islands auf einer ehemaligen Rennyacht! WIE COOOOOL! Das wird mich in Summe etwa 550 Dollar kosten, was der Spaß aber auf jeden Fall Wert sein sollte – Essen jeweils inklusive.

Mein Zeitplan sieht jetzt wie folgt aus:
08.02.2008 : Abreise aus Byron, Fahrt nach Brisbane
08.02. – 10.02.2008 : Aufenthalt in Brisbane, hoffentlich bei Freunden von Joyce (wobei sie es immer noch nicht geschafft hat die anzurufen. Ich glaub sie ist manchmal etwas antriebslos)
11.02.2008 : Fahrt nach Hervey Bay wo die Offroad Tour auf Fraser Island startet
12.02 – 14.02.2008 : Offroad Tour auf Fraser Island
15.02.2008 : Fahrt nach Airlie Beach wo der Segeltörn startet
16.02. – 18.02.2008: Segeltörn um die Whitsundays
ab 19.02.2008 : geordneter Rückzug nach Sydney, evtl mit Aufenthalt in Coffs Harbour bei Irmi
27.02.2008 : Rückflug nach Deutschland

Die Woche Rückfahrt nach Sydney hab ich noch nicht genau geplant, genauso bin ich mal gespannt ob das mit Brisbane und Joyce Freunden so klappt. Joyce werde ich wohl in Brisbane oder in Hervey Bay zurücklassen, da sie entschieden hat diese zwei Touren nicht zu buchen, weil sie nicht genug Geld hat.

Das war jetzt ein ganz schön langer Bericht, aber ich sehe jetzt ja endlich mal wieder was Anderes außer dem normalen Arbeitstrott in Sydney. Ich muss mal schauen ob ich es gleich schaffe Bilder hochzuladen, aber ich bezweifle das ein wenig, da das Internet schon sehr langsam ist. Aber keine Angst, die gehen nicht verloren :-)

Viele liebe Grüße an euch alle daheim,
Euer Michi

Written by in: Australien |
Feb
03
2008
5

Die Reisezeit beginnt!

Aufregende Zeiten stehen an, am kommenden Montag werde ich aufbrechen um ein wenig mehr von Australien zu erkunden… endlich! Vergangenen Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag, mein Praktikum ist also beendet und ich hab sogar fast schon den kompletten Bericht für die Uni geschrieben. Gestern habe ich dann meine Sachen gepackt, mein Zimmer geputzt und sitze jetzt im Moment bei Paul und Lisa wo ich noch bis Montagmorgen bleiben werde.

Beim Auto packen hab ich festgestellt, dass sich über die Zeit doch einiges an Besitztümern angesammelt hat: Angekommen war ich in Australien ja mit nur einem großen und einem kleinen Rucksack. Inzwischen kann ich jedoch schon den gesamten Kofferaum meines Holden füllen – zugegeben, da sind jetzt auch ein paar Essensvorräte und Ersatzteile für mein Auto dabei, die ich natürlich nicht mit nach Deutschland nehmen werde ;-)

Ich plane von Sydney aus nach Norden entlang der Ostküste zu fahren. Nach etwa 1000km passiert man die Grenze des Bundesstaates New South Wales und befindet sich dann in Queensland. Ein genaues Ziel hab ich jedoch noch nicht, ich werde einfach schauen wo es mir gefällt und wie weit ich es schaffe. Am 27. Februar geht mein Flug von Sydney aus zurück nach Deutschland, ich habe also etwa drei Wochen Zeit zum Reisen.

Da ich zum einen aus Geldgründen, zum anderen aus Unterhaltungsgründen nicht die ganze Zeit alleine Reisen will, hab ich im Internet eine Anzeige nach Reisepartnern aufgesetzt. Es hatten sich ein paar Leute gemeldet und schlußendlich werde ich jetzt am Montag zusammen mit einer 28 jährigen Engländerin, Joyce ist ihr Name, starten. Ich hab sie am Dienstag diese Woche getroffen um zu schauen ob wir uns einigermaßen verstehen und sie scheint in Ordnung zu sein. Sie lebt seit 8 Monaten in Sydney und will jetzt hoch nach Cairns. Da ich es vermutlich nicht bis Cairns schaffen werde, wird sie abspringen wenn ich wieder nach Sydney zurückfahre.

Ein erstes Ziel für Montag könnte Coffs Harbour sein, wo Nathis Tante wohnt. Coffs ist etwa 600km nördlich von Sydney, eine gute Tagesfahrt also um fürs erste ein paar Kilometer zwischen mich und Sydney zu bringen ;-)

In den nächsten drei Wochen muss ich mal schauen wie regelmäßig ich euch hier Bericht erstatten kann, da ich wohl meistens in irgendwelchen Hostels wohnen werde. Dort gibt es zwar im Normalfall Internetanschluß, aber Internet ist ja auch net alles auf so ner Reise :-) Auf jeden Fall sollte es dann bald wieder schöne Bilder von Australien geben… hoffentlich!!!

Tja, und in 4 Wochen bin ich dann schon wieder in Deutschland. Die Zeit verfliegt wirklich! Aber ich freu mich auch euch alle wiederzusehen!

Viele liebe Grüße in die Heimat,
Euer Michi

Written by in: Australien |

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